Injecta baut für zehn Millionen Euro an

Fast bei jeder Blutent- nahme in Deutschland kommen Kanülen aus Klingenthal zum Einsatz. Damit das so bleibt, wird weiter investiert.

Klingenthal.

Auf einer Grundfläche von mehr als 16.000 Quadratmetern wird die Klingenthaler Injecta GmbH zukünftig ihre international gefragten Produkte herstellen. Die 100-prozentige Tochter der Sarstedt-Gruppe erweitert ihre Kapazitäten im Gewerbegebiet Brunndöbra durch einen Anbau um zusätzliche 7000 Quadratmeter Büro- und Produktionsfläche. Mit dem Zehn-Millionen-Euro-Projekt, dessen Fertigstellung für Sommer 2020 geplant ist, investiere man in die weitere Entwicklung des Standorts Klingenthal, sagte Hans-Günter Klein, Geschäftsführer der Injecta und Vorstandsmitglied der Sarstedt-Gruppe, am Donnerstagnachmittag bei der Grundsteinlegung.

Die Injecta hat eine lange Tradition in Klingenthal. Die Herstellung von Kanülen war 1943 aus Berlin in die damals bombensichere Stadt am Aschberg verlagert worden. Seit 1990 ist das Unternehmen Bestandteil der Sarstedt-Gruppe. Nach Umstrukturierungen bis Mitte der 1990er Jahre konnte die Mitarbeiterzahl von zwischenzeitlich 93 auf heute 240 Beschäftigte steigen, so das Unternehmen. Der Grundstein für den heutigen Standort im Gewerbegebiet Brunndöbra wurde am 8. September 2000 gelegt, die Einweihung erfolgte am 16. November 2001.


"In den vergangenen Jahrzehnten haben wir uns von einem universellen Kanülen-Produzenten immer weiter zu einem spezialisierten Zulieferbetrieb entwickelt. Gerade in dieser Funktion ist es unser Selbstverständnis, höchste Qualität auf Grundlage modernster Technologien zu erzeugen", beschreibt Werkleiter Rudolf Glaß den eigenen Auftrag. Inzwischen werden in Klingenthal beispielsweise auch Drähte für Inhalatorensysteme gefertigt. Über 99 Prozent der Produktion gehen in die Medizinindustrie.

Die nun beginnende Erweiterung habe man schon seit Längerem im Blick, zeigte Klein auf. So war schon 2015 durch die Verlegung der Parkflächen Platz für den dreistöckigen Anbau geschaffen worden.

Er freue sich über jede neue Ansiedlung, die den ländlichen Raum stärkt, machte Landrat Rolf Keil (CDU) deutlich. Bürgermeister Thomas Hennig (CDU) nannte die Injecta einen Glücksfall für Klingenthal - nicht nur wegen der rund acht Millionen Euro, die das Unternehmen allein in den vergangenen zehn Jahren an Gewerbesteuer zahlte.

Betriebsleiter Glaß sprach von einer Symbiose zwischen der Firma und der Stadt, von der beide Seiten profitierten. Die Injecta unterstützt den Nachwuchswettbewerb "Kleine Tage der Harmonika" und den Internationalen Akkordeonwettbewerb, das Festival "Mundharmonika live", aber auch Feuerwehr und Tierpark. Für das neue Gehege der Erdmännchen übergab Glaß symbolisch einen Scheck über 1000 Euro.

Für den Anbau soll im Spätsommer Richtfest gefeiert werden. Das kündigte Reinhard Quast an, Geschäftsführer des Bauunternehmens aus Siegen, das mit seiner Niederlassung in Radeburg bei Dresden den Bauauftrag übernommen hat.


Die Sarstedt-Gruppe

Das 1961 gegründete Unternehmen entwickelt, produziert und vertreibt Geräte und Verbrauchsmaterial für Medizin und Wissenschaft und ist international einer der führenden Anbieter in der Branche. Die Sarstedt-Gruppe umfasst 33 Vertriebsgesellschaften sowie 14 Produktionsstätten in Europa, Nord- und Südamerika und Australien. Das Unternehmen beschäftigt derzeit etwa 2800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Hauptsitz befindet sich im nordrhein-westfälischen Nümbrecht. Der Umsatz für das Jahr 2018 ist mit 628 Millionen Euro angegeben. (tm)

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