Junger Gettengrüner führt Dorf-Chor in die Zukunft

Pascal Fläschendräger will Musiklehrer werden. Noch studiert er, Schützlinge hat der 22-Jährige aber jetzt schon - sehr zur Freude vieler Menschen in seinem Heimatort.

Gettengrün.

Mitunter ist es so, dass das Wohl oder Wehe einer Sache wesentlich von einer Person abhängt. Wie in diesem Fall: Hätte Pascal Fläschendräger es abgelehnt, als im Sommer die Bitte an ihn herangetragen wurde, die Leitung des Gettengrüner Chores zu übernehmen, dann wäre die seit 15 Jahren bestehende Gesangsgemeinschaft bestimmt eingeschlafen. "Das wollte ich aber nicht, dann es wäre wirklich schade gewesen. Ich finde es gut, wenn Leute als Hobby gemeinsam singen", so begründet der 22-Jährige seine Zusage.

Alles andere hätte nicht nur in Gettengrün für Enttäuschung gesorgt, denn der Chor gehört mittlerweile zum Ort ebenso wie die Hinweistafel, dass der Zeichner Erich Ohser alias e.o.plauen hier vor 115 Jahren geboren wurde. Vor 15 Jahren fanden sich in Gettengrün zwei Dutzend Männer und Frauen unter der Leitung von Siegfried Lenk zusammen, ihm folgte Lothar Rank und nun also Pascal Fläschendräger. Mit der Übernahme der Leitung hat er auch persönliches Neuland betreten: "Ich war am Konservatorium in Zwickau und habe dort im Chor mitgesungen, einen selbst geleitet aber noch nie. Ich freue mich darauf." Zurzeit studiert Pascal Fläschendräger an der Universität Halle auf Lehramt Musik und Spanisch und hat nach dem Abschluss einen heißen Wunsch: "Ich möchte unbedingt zurück ins Vogtland und hier als Lehrer arbeiten. Am liebsten am Gymnasium in Markneukirchen."

Weil Pascal Fläschendräger die Woche über in Halle büffelt, kommt der Chor jeden Freitag zur Probe zusammen. Der Auftritt beim Herbstfest am Samstag in der ehemaligen Schule war der erste Auftritt des Leiter-Neulings und versierten Weltmeister-Akkordeonspielers. Zum Programm gehörten vor allem zur Jahreszeit passende Volkslieder wie "Hast du den Herbst gesehen?", "Hoch auf dem gelben Wagen", "Kartoffellied" auf die Melodie von "Auf der schwäbischen Eisenbahn" und natürlich die Ortshymne "Mein Gettengrün". Das sorgte bei Kaffee und Kuchen für eine gemütliche Atmosphäre im bis auf den letzten Platz besetzten Raum. Bei Volksliedern im Repertoire soll es künftig aber nicht bleiben. Im nächsten Jahr und mit Einverständnis der Mitglieder, so verriet Pascal Fläschendräger, sollen auch modernere Lieder mehrstimmig oder A capella einstudiert werden.

Wie die Gettengrüner freut sich Jürgen Schreiner, Vorsitzender des vor 15 Jahren gegründeten Dorf- und Heimatvereins, dass es den Chor als feste Größe im Dorfleben auch künftig gibt. "Er gehört einfach zu uns. Mit unseren 60 Mitgliedern organisieren wir als Verein im Jahr acht Veranstaltungen für die Einwohner und Besucher, die sogar aus Plauen und von weiter her kommen. Besenbrennen, Himmelfahrt, Sommerfest, Herbstfest mit Lampionumzug oder Weihnachtsfeier - keine Generation wird vergessen und der Chor sorgt für Stimmung."

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