Legendäre Kalinka-Klänge in der Weltmeister-Manufaktur

Eine musikalische Betriebsversammlung erlebten am Donnerstag die Klingenthaler Akkordeonbauer. Dahinter stand eine besondere Premiere.

Klingenthal.

Als 1860 Ivan Larionov das Lied "Kalinka" textete und komponierte, ahnte er sich nicht, dass dieses zur Legende gewordene russische Volkslied einmal auch in nordamerikanischen Eishockey-Arenen oder vor wichtigen Spielen des FC Chelsea London gespielt wird. Am Donnerstag erklang das Lied auch in den Räumen der Klingenthaler Weltmeister Akkordeon Manufaktur. Gespielt von einem waschechten Russen - Wladimir Butusov. "Das ist in Russland der Karel Gott auf dem Akkordeon", sagte Frank Meltke, der Geschäftsführer der Klingenthaler Manufaktur.

Wladimir Butusov bescherte den Klingenthaler Akkordeonbauern eine doppelte Premiere. Eine musikalisch umrahmte Betriebsversammlung gab es bislang noch nicht und der russische Akkordeonist sammelte drei Tage lang erste Erfahrungen in der Produktion. Im Januar und März will er weitere Praktika in Klingenthal absolvieren, um dann als zertifizierter Händler die Weltmeister-Instrumente anbieten zu können.

Den Kontakt zwischen den Klingenthalern und Wladimir Butusov hatte die in Moskau ansässige Vertreterin der Weltmeister-Manufaktur geknüpft. "Die Frau ist ungemein rührig", sagt Frank Meltke. Der gebürtige Erzgebirger bringt geschäftliche Erfahrungen aus Korea, den USA und Russland mit, er spricht auch gut Russisch. Für die unzähligen Spezialbegriffe im Akkordeonbau hat er sich ein Nachschlagewerk des Musikprofessors Alfred Mirek (1992-2009) besorgt, über dessen Schaffen es in Moskau ein Museum gibt. Mirek war auch mehrfach im Vogtland zu Gast.

Wladimir Butusov wiederum ist nicht nur als Musiker bei namhaften Akkordeon-Herstellern gefragt, er betreibt in Moskau auch Geschäfte für Musikinstrumente. Dort soll er künftig auch Weltmeister-Akkordeons verkaufen. Die haben in Russland einen guten Ruf.

Neben Deutschland, Österreich und der Schweiz sieht Geschäftsführer Meltke den Markt für Klingenthaler Akkordeons vor allem in Nordamerika, Russland und Asien. Zur Betriebsversammlung konnte er den Beschäftigten mitteilen, dass die Geschäfte im Oktober mit einem kleinen Gewinn abgeschlossen werden konnten, besonders die Verkäufe in die USA und Russland liefen gut, auch nach China dürfen nun Klingenthaler Instrumente geliefert werden. Über eine chinesische Mitarbeiterin in Singapur wurden auch erstmals wieder Weltmeister- Akkordeons in Länder wie Australien und Thailand verkauft.

Am 18. November wird die Weltmeister Akkordeon-Manufaktur ein neues Instrument präsentieren. Entwickelt von Fachleuten aus Klingenthal, Spanien, Russland und den USA, soll das Akkordeon vom Gewicht her leichter sein als herkömmliche Modelle und auch in der Spielbarkeit Vorteile aufweisen. Die Ankündigung der Veranstaltung hat bereits im Vorfeld ein internationales Medienecho gefunden - man schaut interessiert auf ein musikalisches Lebenszeichen aus Klingenthal, wo seit nunmehr 1852 Akkordeons gefertigt werden.

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