Leichsenringsche Schneidmühle erhält Ehrenplatz

Ein Stück Zwotaer Geschichte kehrt nach Zwota zurück und wird im Herbst in einer neuen Ausstellung zu sehen sein.

Zwota.

Die Leichsenringsche Schneidmühle ist schon seit gut zwei Jahrzehnten aus dem Ortsbild von Zwota verschwunden. Auf dem Platz nahe der Kreuzung der Straßen nach Klingenthal, Markneukirchen und Schöneck steht seither ein Autohaus. Geblieben sind nur Bilder und Erinnerungen.

Und eben diese Erinnerungen sollen bewahrt bleiben, sagten sich Bärbel Preller und Eva-Maria König. Aus dem Familienbesitz stellten sie dem Zwotaer Mundart- und Erlebnisraum ein Motiv der alten Sägemühle zur Verfügung - mit der Bitte, es künftig der Öffentlichkeit zu zeigen. Zwotas Ortsvorsteher Hans Schlott (CDU) nahm das Geschenk gerne entgegen.


Interessant ist auch die Geschichte, die sich hinter dem Bild verbirgt. "Malen lassen hat es mein Opa Paul Leichsenring 1925, kurz bevor das hölzerne Wasserrad durch eine Turbine ersetzt wurde", weiß Bärbel Preller zu berichten. In Zwota war sie als Mühl-Bärbel bekannt. Heute wohnt sie in Tannenbergsthal.

Unbekannt ist der Name des Malers. Ihr Großvater erzählte von einem Kriegsversehrten, der in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg über die Dörfer zog, und mit solchen Auftragsarbeiten versuchte, den Lebensunterhalt zu verdienen. Solange das Haus stand, hing das Original im Wohnzimmer über dem Sofa.

Wann das Sägewerk errichtet wurde, ist nicht genau bekannt. Bärbel Preller weiß von einer Jahreszahl 1827, die in einem Lehmstock im Wohnhaus zu sehen war. Das Sägewerk steht auf dem Platz des ehemaligen Zwotaer Hammerwerks, das nach 1670 dort errichtet wurde, seine Blüte um das Jahr 1800 unter der Schönecker Kaufmannsfamilie Jahn erlebte, und wahrscheinlich bis in 1820er Jahre in Betrieb gewesen war.

Angetrieben wurde das Gatter des Sägewerks ein gutes Jahrhundert mit Wasserkraft. Angestaut vom Wehr beim ehemaligen Rathaus wurde das Wasser aus dem Zwota-Bach über einen Mühlgraben zu einem kleinen Stauteich vor der Schneidmühle geführt. "In dem kleinen Teich haben wir als Kinder im Sommer oft gebadet, auch wenn der Boden etwas schlammig war", erinnert sie sich.

Für Zwotas Ortsvorsteher Hans Schlott war die Schneidmühle in jungen Jahren ein Abenteuerspielplatz. "Damit sind viele Geschichten verbunden", sagte er. Auch den großen Spänebunker kannte er noch. "Die Holzspäne haben Generationen von Zwotaer Kleinbauern zum Einstreuen in den Ställen verwendet", weiß Bärbel Preller.

Ihr Wunsch, das Motiv von der Leichsenringschen Mühle künftig in Zwota Besuchern zugänglich zu machen, soll bereits im Herbst in Erfüllung gehen. Wenn die aktuelle Ausstellung zur Geschichte der Tanz- und Unterhaltungsmusik in Klingenthal und Markneukirchen beendet ist, soll im Mundart- und Erlebnisraum eine Schau mit Exponaten zur Zwotaer Ortsgeschichte und zur Mundart im Musikwinkel präsentiert werden. Dabei wird das Bild der alten Mühle seinen Platz finden.

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