Mini-Sägewerk Star bei Holztag

Holz wirkt nicht magnetisch? Von wegen! Der Naturstoff lockte am Sonntag mehrere hundert Besucher ins Freilichtmuseum Eubabrunn. Ein Klingenthaler zog dabei besonders viel Aufmerksamkeit auf sich.

Eubabrunn.

Berthold Meinel kratzt sich am Kopf und muss passen bei der Frage, wie lange es denn gedauert habe, bis sein Meisterwerk fertig war: "Ein paar Jahre habe ich gebraucht. 2007 war der erste Teil geschafft. Das Original stand in Beerenwald. Der zweite Teil steht im Sägewerk bei Karl Meinel in Klingenthal und stammt aus den 1920er Jahren. Die Furniersäge habe ich nach der aus dem Sägewerk in Markneukirchen gebaut."

Das Meisterwerk ist ein Modell eines Bauholz- und Furniersägewerkes im Maßstab 1:10. Nicht nur zum Anschauen stand es in der Scheune des Freilichtmuseums, sondern arbeitete wie sein großer Bruder. Ein ums andere Mal schob Berthold Meinel (75), der ein gelernter Werkzeugmacher ist, Hölzer auf die Strecke, setzte in die Anlage in Gang. Die Sägen schnurrten wie eine Nähmaschine und zerteilten die Hölzer zu millimeterdünnen "Brettern", während Berthold Meinel mit den staunenden Besuchern ins Gespräch kam.

Dafür hatte Thomas Voigtmann aus Hammerbrücke kaum Gelegenheit. Er war mit seinem mobilen Sägewerk - im Gegensatz zu Berthold Meinel einem in Originalgröße - zum Holztag gekommen. Bei ihm flogen Späne durch die Luft, die Säge kreischte und verschluckte jedes Wort, wenn sie sich Zentimeter um Zentimeter durch die Stämme fraß und schließlich Bohlen und Balken "ausspuckte". Ganz in der Nähe stand Erlbachs Revierförster Andreas Warg und machte sich in puncto Holz so seine Gedanken: "In den letzten 40 Jahren habe ich es nicht erlebt, dass die Bäume so vom Borkenkäfer befallen war wie in diesem Sommer. Wir haben nur Schadholz durch den Windbruch aufgearbeitet, kaum neues Holz eingeschlagen. Wenn ich daran denke, was uns das nächste Jahr erwartet, dann wird mir ganz anders."

Was bedeutet eigentlich "Walz"? Dass Handwerkergesellen früher wie auch heute noch durch die Lande ziehen und bei verschiedenen Meistern oder auf Baustellen für Kost und Logis arbeiten. Dem Zimmermann Günther Diehr war das als Jüngling nicht vergönnt: "Die Stasi hatte etwas dagegen." Wie ein Stenz - Wanderstab für die Gesellen - auszusehen hat, weiß der Mittsiebziger natürlich dennoch: "Er muss knorrig sein und schön geschlungen sein wie eine Schlange." Sprach's, griff zum Messer und führte vor, wie aus einem Stück Holz ein zünftiges Markenzeichen wird.

Holz als Brennmaterial, Baustoff oder für Musikinstrumente - das war am Sonntag nicht nur Sache für Erwachsene. Auch Kinder wurden vom Förderverein des Museums und von den Sachsenforst-Mitarbeitern nicht vergessen. Tierrätsel, Tastboxen und Baum-Puzzle ließen die kleinen Köpfe rauchen. Passend zum Holztag sorgte das Migma-Handwerkerblasorchester für rustikale Unterhaltung.

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