Neues Netz ändert den Bürgerbus

In Adorf müssen sich Fahrgäste nach zweieinhalb Jahren von Gewohntem verabschieden. Das sorgt für Diskussionsstoff.

Adorf.

Er hatte sich eingefahren - der Bürgerbus in Adorf. Doch einiges damit Etablierte gibt es mit der Einführung des neuen Vogtlandnetzes 2019+ nicht mehr. "Es ist komplizierter geworden", verwies Stadtrat Frank Jäger (Freie Wähler) etwa auf ein weggefallenen Haltestelle direkt am Edeka in Adorf, ersetzt durch eine neue, entfernte und nicht überdachte. "Das ist eher schlechter geworden", meinte er im Stadtrat.

Die Entscheidung liege beim Verkehrsverbund, sagte Bürgermeister Rico Schmidt (SPD) Er verwies auf Vertaktung im neuen Netz, sprach von "riesengroßen Verbesserungen" - etwa, das erstmals ein Bus aus Bad Elster auf den Markt in Adorf fahre. "Eine Haltestelle im Freien ist aber wenig bürgernah", räumte er ein. Dass es mit dem Bürgerbus für manche ungewohnt läuft, hat die Verwaltung längst erfahren. Stichwort Änderungen beim Bürgerbus: "Die ehrenamtlichen Fahrer sind nicht in dem Maße beteiligt worden, wie sie es sich gewünscht hätten. Im Bereich Edeka war gar keine Haltestelle mehr vorgesehen. Es ist der Initiative der Fahrer zu verdanken, dass überhaupt noch eine da ist", betont Hauptamtsleiterin Antje Goßler. Rat Holger Uebel (Die Linke) plädierte dafür, Änderungen Zeit zu geben - die oft älteren Bürgerbusnutzer benötigten sie, um sich darauf einzustellen. CDU-Fraktionschefin Mariechen Bang regte an, Infos zum neuen Netz im Adorfer Stadtboten zu bündeln und Probleme zu sammeln.

Seit März 2017 haben 35.690 Fahrgäste die Bürgerbusse in Adorf, Bad Elster und Lengenfeld genutzt., teilt der Verkehrsverbund Vogtland (VVV) mit. Herzstück des Angebots sind 31 ehrenamtliche Fahrer, die drei Tage in der Woche die Busse lenken. "Ohne ihren Einsatz wäre das Projekt nicht möglich", so Olaf Schlott, Vorsitzender des Bürgerbusvereins Vogtland. Der VVV wolle weiter versuchen, Linien und Fahrzeiten mit Blick auf Bedürfnisse der Fahrgäste und Hinweise der Fahrer zu gestalten, so VVV-Geschäftsführer Sebastian Eßbach. Mit einem Bus könne aber nicht jeder spezifische Wunsch erfüllt werden, sagte er.

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