Onlineshop und eigene Läden: Wie Kuhnert Corona meistert

Erzgebirgische Holzkunst, made in Vogtland - seit 1986 werden in der Drechslerei Kuhnert Pyramiden, Räuchermänner und Schwibbögen gefertigt. Doch die Pandemie wirkt sich auch auf die Weihnachtswerkstatt aus.

Rothenkirchen/Zwota.

Seit 2001 richtet die Drechslerei Kuhnert ihre Wichteltage aus. Doch die 20. Auflage des hauseigenen Weihnachtsmarktes in Rothenkirchen fällt dieses Jahr aus, die Holzkunst-Werkstätten bleiben für Besucher geschlossen. "Immerhin konnten wir mit den Buden unseren Verkaufsraum vergrößern und so den Kundenstrom besser bewältigen. Noch jedenfalls", sagt Inhaber Frank Kuhnert und die ab Montag geltenden Einschränkungen, die seine Branche treffen werden, bereits im Blick.

Dabei sei die Drechslerei mit den rund 60 Mitarbeiterinnen bislang gut durch das Coronajahr gekommen, sagt der Chef. "In der Produktion konnten wir auf Kurzarbeit verzichten. Lediglich für die Verkäuferinnen in unseren Läden haben wir im Frühjahr darauf zurückgreifen müssen", berichtet der Firmenchef.

Die eigenen Läden - neben denen am Stammsitz in Rothenkirchen und in Zwota weitere in Einkaufszentren in Plauen, Leipzig oder Dresden - sind es auch, die Kuhnert Umsatz bescheren, nicht nur in der Advents- und Weihnachtszeit. "Außer bei unseren Wichteltagen sind wir selbst nur auf dem Annaberger Weihnachtsmarkt vertreten", sagt Frank Kuhnert. Deshalb sei man von den Markt-Absagen unmittelbar kaum betroffen. "Aber natürlich ordert der Einzelhandel unsere Ware fürs Weihnachtsgeschäft, auch Händler, die auf Weihnachtsmärkten Stände mit Erzgebirgischer Holzkunst betreiben", sagt Kuhnert. Deren Geschäft sei oder werde von den Beschränkungen weitgehend zum Erliegen gebracht. "Was das für das kommende Jahr heißt, wird sich zeigen", sagt Kuhnert. Er könne sich vorstellen, dass bei weniger Umsatz und geringem Abverkauf der Warenbestände die Bestellungen im nächsten Jahr zurückgehen.

Außer auf den Verkauf in eigenen Läden setzt die Drechslerei seit Jahren auf den Online-Handel. Der entwickle sich positiv und sei ein Absatzkanal, mit dem Kunden außerhalb der Region erreicht werden. Zudem betreibt Kuhnert inzwischen zwei Onlineshops: einen für traditionelle Holzkunst wie Pyramiden, Räucherfiguren und Lichterbögen bzw. Dekoartikel; einen weiteren für die Holz-Bastelsets. Diese Produktgruppe habe sich sehr gut entwickelt und sei zudem weit weniger anlassbezogen wie Dekorationen für Weihnachten oder Ostern.

"Und natürlich muss man regelmäßig neue Produkte kreieren", sagt Frank Kuhnert. In diesem Jahr war das die Holzfigurenserie "Finn und Finja", die mit Kreidefarben und Haaren aus Schafwolle auf Natürlichkeit setzt.

Statt Wichteltage gibts in Rothenkirchen am heutigen Freitag sowie Samstag einen Kreativmarkt mit Sonderverkauf für Holzbauteile. Ein Video zur Drechslerei sehen sie unter: www.freiepresse.de/kuhnert

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