Rechte Schmierereien in Adorf: Nach Kritik lässt Stadt schrubben

Seit Wochen sind Container und Stromkästen an der Zufahrt ins Neubaugebiet besudelt. Das Rathaus hat noch mehr Sorgen.

Adorf.

Zum Ärger von Anwohnern des Adorfer Neubaugebiets prangen seit gut vier Wochen Nazischmierereien an Containern für Glas und Altkleider sowie Stromkästen. "Wann werden die endlich mal entfernt? Alle fahren vorbei und nix passiert", empört sich ein "Freie Presse"-Leser aus Adorf. In der Tat: An der Straße am Röhrteich sind mühelos Wörter wie "Anti-Antifa", "Nazikiez" und weitere für jeden Vorbeifahrenden auszumachen.

"In diesem Ausmaß war es mir bisher auch in der Schillerstraße noch nicht bekannt", räumt Daniel Schneider, Leiter des Ordnungs- amtes in der Stadtverwaltung, ein. Nach dem Hinweis der "Freien Presse" machte er sich am Donnerstag ein Bild und fertigte Fotos an. Nun werden die Betreiber beziehungsweise Eigentümer der beschmierten Container und Stromkästen angeschrieben und darauf hingewiesen, die Schmierereien entfernen zu lassen, erklärt Daniel Schneider.

Indes sind Nazisprüche im Stadtgebiet von Adorf kein Einzelfall, informiert der Ordnungsamtsleiter. "Wir hatten im Vorfeld des Fest- wochenendes im September vermehrt mit solchen verfassungsfeindlichen Aktionen zu kämpfen. Unter anderen wurden Begrüßungsschilder an den Ortseingängen sowie Stromkästen an der Markneukirchner Straße beschmiert, außerdem im Marktbereich unter anderem Straßenlaternen mit Aufklebern versehen", so Schneider.

Rechte Schmierereien gibt es im Vogtland immer wieder. In Auerbach wird seit Juli ein 25-Jähriger verdächtigt, an mehreren Stellen im Stadtgebiet Hitler-Porträts, Hakenkreuze und ähnliche nazistische Symbole- und Schriftzüge unter anderem an Litfaßsäulen und Einkaufswagen-Boxen gesprüht zu haben. In Schöneck war im vergangenen Winter ein riesiges Hakenkreuz in die Eisfläche des zugefrorenen Steinbruchs geritzt worden. Die Ermittlungen sind inzwischen mangels Tatverdächtigem eingestellt.

In Oelsnitz waren 2013 in einer Nacht 19 Häuser sowie diverse Wahlplakate mit rechtsradikalen Sprüchen, teils mit Hakenkreuzen beschmiert worden. Bis heute hat Oelsnitz ein Problem mit Aufklebern auf Schildern, was mehrfach zu Diskussionen in Stadtratssitzungen geführt hat.

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