Regionalgeschichte in bewegten Bildern

Claus Dunsch und seine Kamera sind ein Markenzeichen für Klingenthal. 70 ist er jetzt geworden. Gelegenheit, den Fundus aufzuarbeiten. Mit einer Filmnacht in Zwota wurde der Anfang gemacht.

Zwota.

Die Einstellung macht's: Gernot Bitterlich, viele Jahre Musiker im Stadtorchester Klingenthal, spielte am Rastplatz oberhalb der Luther-Kirche Brunndöbra den Titel "Berge der Heimat". Die Kamera zoomt zurück, eine große Astgabel kommt ins Bild, im Hintergrund der Aschberg -- man bekommt den Eindruck, der Musiker stehe mit seinem Instrument in einer Lyra, dem Klingenthaler Stadtwappen.

Es sind Szenen aus einem kleinen Werbefilm, den Claus Dunsch 2003 für den Klingenthaler Bornkinnl-Markt produzierte, bei dem die Tourist-Info die DVD zur 375-Jahr-Feier von Brunndöbra im Angebot hatte. Mit dabei damals auch ein musikalischer Hinweis auf die Mundart- CD "Schokeladeplatzle" von Herbert Gerbeth, der seine Tochter Sigrid auf dem Akkordeon begleitet. "Die Aufnahmen wurden noch gemacht, als die Bergschule eine Gaststätte war", erzählt der Klingenthaler. Inzwischen ist das Haus im Stadtteil Untersachsenberg fast hinter eine Dornröschenhecke verschwunden.

Claus Dunsch weiß nicht mehr, wie viele filmische Beiträge er allein über Klingenthal gedreht hat. Seit Jahrzehnten gehört er mit seiner Kamera zum Stadtbild. Kaum ein Ereignis, das er nicht in bewegten Bildern festgehalten hat - ob 1998, als der damalige Fuhrunternehmer Wolfgang Dähn mit dem Markneukirchner Joachim Scheibchen als Schwimmmeister den Badebetrieb im Dürrenbach-Freibad absicherte, oder 2005, als der Klingenthaler Kevin Röder die Vogtland-Arena "einsprang". Ein großer Teil seiner "Klingenthaler Notizen", einst gedreht für das vogtländische Regionalfernsehen, sind durch der Familie Aßendorf erhalten.

Das filmische Wirken von Claus Dunsch ist nicht auf Klingenthal oder das Vogtland beschränkt. 2008 hatte in Neuenrade sein Film "Gesichter einer kleinen Stadt" Premiere, ein knapp einstündiges Porträt der Klingenthaler Partnerstadt im Sauerland. Drei Jahre hatte er dafür gedreht, textlich unterstützt vom damaligen Bürgermeister Klaus Peter Sasse. "Der objektive Betrachter des wird feststellen, dass Claus Dunsch durch seine zahlreichen Aufenthalte in Neuenrade ,Herzblut' in seinen Aufnahmen zeigt", schrieb bei der Premiere die "West- fälische Rundschau" .

Im Dezember 2017 erhielt Claus Dunsch den erstmals vergebenen Zwotaer Filmpreis. Inzwischen hat er seinen 70. Geburtstag gefeiert und macht sich daran, sein filmisches Lebenswerk mit vielen Dokumenten zur Stadtgeschichte aufzubereiten.

Am Freitag gab es in Zwota unter Regie des Heimatvereins die erste Veranstaltung - mit Filmen von der Übergabe des Zwotaer Feuerwehr-Fahrzeugs, vom Theater mit Isolde Ebert, vom Aufstellen der nach- gebauten Walfischknochen 2012 am Gasthof zum Walfisch oder der Geschichte der Glocken der Klingenthaler Rundkirche "Zum Friedefürsten". Dazu ein Steifen über eine unerfüllt gebliebe Liebe des Mundartdichters Max Schmerler mit Annerose Gruhle in der Rolle als Anna Meinel oder Georg Carsten Eibisch als Markneukirchner Instrumentenhändler Wild in einem verfilmten Reisebericht von 1844. Den rund 30 Besucher hat es gefallen. Ein Fortsetzung ist in Planung.

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