Rubner kritisiert Kirchturmdenken

Markneukirchens Bürgermeister beklagt verschenkte Chancen im Tourismus. Als Beispiel nennt er die gescheiterte Gästekarte.

Markneukirchen.

Schließt Markneukirchens Bürgermeister Andreas Rubner (parteilos) die Augen, dann denkt er auch an solche Bilder: Touristen, die kostenlos mit Bussen durchs Vogtland fahren und für kleines Geld die Schätze der Region von Raumfahrtschau bis Musikinstrumentenmuseum entdecken. Solch einen Ansatz verfolgte die vom früheren Chef des Verkehrsverbunds Vogtland, Thorsten Müller, aufgerufene Idee einer Gästekarte für die Region. "Ich finde es schade, dass sie gescheitert ist. Gescheitert ist sie an den Befindlichkeiten verschiedener Kommunen", schätzt Rubner ein.

Dass der eigene Kirchturm manchem näher ist als der touristische Leuchtturm auf der anderen Seite des Berges, ist für Rubner ebenso ein Fakt wie ein Ärgernis. "Andere Regionen machen es uns vor, wie das geht", denkt der Rathauschef etwa an Alpenregionen, die seit Jahren Freizeit, Museen oder Mobilität eng verknüpfen und die Kreise immer weiter ziehen. Urteil des Markneukirchners: "Wir sind noch nicht so weit. Wir leiden noch nicht genug, um endlich einzusehen, über den Tellerrand zu schauen. Wir müssen auch den Austausch untereinander erhöhen, und unsere Präsenz nach außen als Region ist auf alle Fälle ausbaufähig. Wir verschenken da Potenzial", so das Stadtoberhaupt.

Aus der Analyse schließt Rubner seine Stadt nicht aus: Nach vielen Jahren existiert ein Tourismuskonzept zwar seit kurzem als Entwurf, aber was genau drin steht und was wie mit Leben gefüllt wird, wird erst im Laufe dieses Jahres Thema. "Für eine konkrete touristische Baustelle - Stichworte Bauzustand, Neugestaltung und Platznot des Musikinstrumenten-Museums - beteuert der Bürgermeister, nicht im eigenen Saft schmoren zu wollen. "Es braucht vielleicht auch Ideen von außen."

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