Sarin-Alarm: Strafrechtlich nicht relevant

Ampullen vermutlich aus alten Armee-Beständen

Plauen.

Der Großeinsatz von Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienst und Kampfmittelbeseitigungsdienst in der vergangenen Woche wegen des Sarin-Verdachts am Plauener Hauptfriedhof wird für den Verursacher wohl folgenlos bleiben. Wie Polizeisprecher Oliver Wurdak mitteilte, finden keine Ermittlungen statt. Begründung: Es sei nichts strafrechtlich Relevantes passiert.

Am Dienstag wurde der Friedhof großflächig abgeriegelt, da im nördlichen Teil Ampullen mit der Aufschrift Sarin gefunden wurden. Da bereits eine stecknadelgroße Dosis von einem Milligramm dieses Nervengifts tödlich sein kann, waren über Stunden 60 Feuerwehrleute sowie zahlreiche Sicherheitskräfte im Einsatz. Am Ende stellten sich die Glasröhrchen als harmlos heraus. Sie enthielten kein Sarin, sondern stattdessen ein Prüfmittel zum Nachweis des Kampfstoffes.

Die Frage, wer die Ampullen zum Friedhof gebracht hatte - und warum - blieb unbeantwortet. Daran dürfte sich wohl auch nichts ändern. "Unsere Maßnahmen werden sich in Grenzen halten", so der Polizeisprecher. Juristisch könne man der Person nichts vorwerfen. "Wenn sich Zeugen melden, nehmen wir das natürlich zur Kenntnis."

Damit wird die Stadt Plauen wohl auf den Kosten für den Großeinsatz der Feuerwehr sitzen bleiben. Feuerwehrchef Jörg Pöcker - seiner Einschätzung nach stammen die Ampullen übrigens aus alten Armeebeständen - schätzt die Summe auf einen niedrigen fünfstelligen Betrag. "Der die Ampullen am Friedhof hinterlassen hat, müsste natürlich nur zahlen, wenn man ihm Vorsatz nachweisen kann", so Pöcker. "Aber mal ehrlich: Wer lässt denn so etwas aus Versehen da liegen?" (nie)

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