Schöneck-Jubiläum: Angebot für Doppelfeier 2021 steht

Was Kaiser Karl IV. 1370 mit dem Stadtrecht für Graslitz und Schöneck auf den Weg brachte, wurde 2020 vom Coronavirus verhindert: die 650-Jahr-Feier des Jubiläums. Das soll nun 2021 nachgeholt werden - und vielleicht sogar gemeinsam.

Schöneck.

Es ist nicht nur die seit 20 Jahren wieder grenzüberschreitend verkehrende Eisenbahn, die Schöneck und Graslitz/Kraslice verbindet. Beide Kommunen haben auch eine gemeinsame Vergangenheit: Am 15. August 1370 erhielten sie vom Kaiser Karl IV. das Stadtrecht. 650 Jahre später wollten beide Städte das Jubiläum groß feiern. Das Coronavirus machte einen Strich durch die Rechnung. Aber gänzlich ausfallen soll die Feier nicht.

Roman Kotilínek, der Bürgermeister von Graslitz/Kraslice, hatte vor wenigen Tagen in einem Interview mit "Freie Presse" die Idee einer gemeinsamen Feier 2021 ins Gespräch gebracht, vielleicht sogar im Verbund mit Karlsbad/Karlovy Vary, dessen Stadtrechtsurkunde ebenfalls auf den 15. August 1370 datiert ist.

Die Schönecker Bürgermeisterin Isa Suplie (CDU) kennt den Vorschlag ihres tschechischen Amtskollegen für 2021. "Das ist ein interessanter Vorschlag, über den nachzudenken es sich lohnt. Allerdings brauchen wir dazu natürlich einen gemeinsamen Termin", sagt sie.

Kotilínek hat eine Festlichkeit im kommenden Jahr in Verbindung mit dem traditionellen Jahrmarkt in Graslitz/Kraslice am letzten August-Samstag ins Gespräch gebracht. Die Schönecker Planungen gehen derzeit in Richtung eines größeren Festes, das aber bereits vom 12. bis 16. August stattfinden soll.

"Der Stadtrat wird sich damit im Herbst beschäftigen", kündigte Suplie an. Über das Angebot aus Graslitz/Kraslice wolle auf jeden Fall auch noch einmal beraten. Derzeit sei man auf der Suche nach Fördermitteln. Einen Tag der Vogtländer, wie er für dieses Jahr geplant war, werde es aber 2021 nicht geben, auch kein Schalmeien-Festival.

Damit das Jubiläum 2020 nicht völlig in Vergessenheit geriet, gab es in Schöneck neben dem Treffen der Gilde der Nachtwächter, Türmer und Figuren sowie dem symbolischen Pflanzen einer Säuleneiche am Albertplatz auch eine kleine Festschrift zur 650-jährigen Stadt- geschichte, die allen Schönecker Haushalten zugestellt wurde.

Es ist sicher in Europa einmalig, dass drei Städte, die am gleichen Tag das Stadtrecht erhielten, allein verkehrstechnisch durch die Bahn verbunden sind. Wenige Tage, bevor am 28. Mai 2000 in Klingenthal nach 55-jähriger Pause wieder fahrplanmäßig ein Zug über die Grenze fuhr, hatte Schöneck mit dem Ifa- Ferienpark einen zusätzlichen Haltepunkte bekommen. 3,8 Millionen Mark kostete der sogenannte Travel Point damals. Im Sommer 2001 wurde dann der 1,85 Millionen Mark teurere Umbau des Schönecker Bahnhofsareals abgeschlossen.

Und als Schöneck im Juli 2014 die Investition zum Ausbau der Skiwelt zur Bikewelt startete, nannte das Otakar Mika, damals stellvertretende Bürgermeister von Graslitz/ Kraslice, eine neue Chance für die touristische Weiterentwicklung der Grenzregion. In das Streckennetz ist die westböhmische Stadt seither ebenso integriert, wie die Schönecker Nachbarkommunen Werda, Grünbach, Muldenhammer und Klingenthal.

Nächste Veranstaltungstermine in Graslitz/Kraslice: Samstag: Jahrmarkt ab 8 Uhr, dazu Briefmarken-Ausstellung 650 Jahre Stadtrecht von 9 bis 15 Uhr im Kulturhaus. 4. September: Benefizkonzert für die Firma Amati, 18 Uhr im Kulturhaus. 19. September: Eisenbahn-Festival auf der Strecke Falkenau/Sokolov-Graslitz/Kraslice mit Events an jeder Bahnstation.

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