Stadtbusse am Start: Neues Angebot in vier Oberland-Orten

Mit Inbetriebnahme des neuen Busnetzes im Vogtland am Sonntag gibt es auch Veränderungen im innerörtlichen Nahverkehr. Ein Überblick.

Oelsnitz/Klingenthal.

Die Neuaufstellung des Busverkehrs im Vogtland ab diesem Sonntag bringt in den größeren Kommunen des oberen Vogtlands eine Reihe von Veränderungen. In Oelsnitz, Markneukirchen, Bad Elster und Bad Brambach sind dabei erstmals Stadtbusse im Einsatz. Sie erschließen bislang weiße Flecken auf der Nahverkehrslandkarte.

Oelsnitz: Der Stadtbus startet an der Lauterbacher Straße und bindet bislang unerschlossene Ecken von Oelsnitz ins Nahverkehrsnetz ein. Der Oelsnitzer Stadtbus verkehrt zwischen morgens halb sechs und abends halb acht. Endpunkt ist Untermarxgrün beziehungsweise zwischen 9 und 17 Uhr das Schloss Voigtsberg, das bislang überhaupt noch nicht mit dem Bus erreichbar war. Vor Schichtbeginn morgens (5.44 Uhr) und nachmittags (13.44 Uhr) steuert der Bus auch das Industriegebiet Johannisberg mit der Endhaltestelle Am Lehmteich an. Am Bahnhof besteht jeweils Anschluss an die Busse in Richtung Adorf und Plauen. Der Oelsnitzer Stadtbus, der stündlich fährt, bindet auch das Neubaugebiet an. Vom Markt aus tourt er via Karl-Liebknecht-Straße, Adolf-Damaschke-Straße, Otto-Riedel-Straße und Willy-Brandt-Ring nach Untermarxgrün. Vom Markt bis nach Untermarxgrün benötigt der Stadtbus neun Minuten.


Klingenthal: In Klingenthal gab es bislang einen Stadtverkehr, künftig aber keinen eigenständigen Stadtbus. Grund: Der Stadtverkehr geht in zwei regionalen Linien auf. Es handelt sich dabei um die Plus-Bus-Linien 30 von Aschberg via Zwota und Markneukirchen nach Adorf und die Linie 21, die vom Klingenthaler Kopernikusring nach Rodewisch fährt - via Mühlleithen, Tannenbergstahl, Beerheide und Auerbach. Angebunden ist der Bahnhof. "Vom reinen Lesen des Fahrplans habe ich keine Verschlechterung festgestellt, teilweise gibt es sogar Verbesserungen. Jetzt warten wir mal ab, wie es praktisch funktioniert", sagt Klingenthals Oberbürgermeister Thomas Hennig (CDU). Gesprächsbedarf sieht er nach wie vor beim Schülerverkehr.

Markneukirchen: Ein Stadtbus verkehrt in Markneukirchen zwischen dem Neubaugebiet und dem Freilichtmuseum Eubabrunn. Dabei bindet er das Musikinstrumentenmuseum, die Grundschule in Erlbach sowie die Kindertagesstätte Kegelbergvilla ein. Der Stadtbus fährt jede Stunde zwischen 6.05 und 19.05 Uhr ab Clara-Wieck-Ring. Die Erlbacher Schule erreicht er jeweils fünf vor halb. Das Museum Eubabrunn wird fünfmal täglich angesteuert (10.26, 12.26, 14.26, 16.26, 18.26 Uhr), sonst ist an der Haltestelle Zum Kegelberg Schluss. Fährt der Bus bis Eubabrunn, werden die Haltestellen Brauhaus und Zum Kegelberg nicht bedient. Das Angebot in Markneukirchen verbessere sich damit wesentlich, sagt Bürgermeister Andreas Rubner (parteilos).

Bislang verkehrt zwischen Erlbach und Markneukirchen zweimal die Woche ein Einkaufsbus, der noch aus der Zeit des Erlbacher Demografieprojektes herrührt. Er wird vom Sozialwerk betrieben und von der Stadt finanziert. Manko bei den neuen Plänen: Das Hotel Schwarzbachtal bleibt aufgrund der Entfernung zur Stadt außen vor. Positiv hebt Andreas Rubner hervor, dass beispielsweise Landwüst mit einem Rufbus wieder ins Nahverkehrssystem integriert wird.

Bad Elster: Den einst fehlenden Nahverkehr innerhalb der Kurstadt hat Bad Elster zuletzt mit einem ehrenamtlich betriebenen Bürgerbus kompensiert. Im neuen System ist Bad Elster mit Bürgerbus und Stadtbus dabei. Die Kombination sorgt für ein engmaschiges Angebot. Der Stadtbus verkehrt zwischen 6.30 und 21.15 Uhr zwischen Wohngebiet Am Kuhberg und Bahnhof. Achtmal sorgt der Stadtbus dabei für einen direkten Bahnanschluss. Die Bahn hält alle zwei Stunden in Bad Elster. In der Zwischenstunde steuert der Stadtbus Sohl, Mühlhausen und das Adorfer Rathaus als Endhaltestelle an. Der Bürgerbus bleibt Bad Elster erhalten. Er fährt fünfmal täglich ab Obere Bärenloh durch die Stadt und dann via Sohl und Mühlhausen zum Bahnhof. Der Bürgerbus sorgt dafür, dass die Ortsteile zwischen 8.51 und 16.51 Uhr fünfmal direkten Bahnanschluss in Richtung Zwickau haben.

Bad Brambach: Im Kurort setzen die Nahverkehrsverantwortlichen auf eine Kombination zwischen Stadtbus und Rufbus. Der Stadtbus verbindet in seiner Schleife Bahnhof, Ort, Kurbereich sowie die oberhalb liegende Kurklinik im Zwei-Stunden-Takt. Bad Brambach mit seinen vielen zumeist älteren Kurgästen kommt dabei erstmals in den Genuss eines innerörtlichen Nahverkehrs. Die südlichen Ortsteile werden auf Bedarf angefahren - der Stadtbus fährt dann als Rufbus weiter bis nach Schönberg.

Adorf: Kein Stadtbus, dafür viele Puzzleteile, so stellt sich der Stadtverkehr in Adorf dar. Das Angebot wird mit Plusbus, Bürgerbus, Rufbus und dem Stadtbus Bad Elster abgedeckt, der das Adorfer Stadtzentrum künftig alle zwei Stunden direkt ansteuert und damit eine Art Stadtverkehr mit Bad Elster etabliert, den es bisher nicht gab. Die Orte Gettengrün, Arnsgrün, Freiberg und Leubetha, die zuletzt an regelmäßigen Tagen vom Bürgerbus angefahren wurden, werden jetzt mit Rufbuslinien erschlossen. Vorteil: Das Angebot ist sehr viel häufiger verfügbar, die Hürde "Anruf" muss jedoch genommen werden. Der Adorfer Bürgerbus fährt weiterhin montags, dienstags und donnerstags und bindet dabei das Paracelsuskrankenhaus sowie Jugelsburg und Remtengrün an.

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