Toter Raubvogel liegt nah am Windrad

Ein Mäusebussard kollidiert nahe Mißlareuth vermutlich mit einer rotierender Anlage. Dies ist kein Einzelfall.

Mißlareuth.

Ein toter Mäusebussard hat in der Gemeinde Weischlitz Umweltschützer auf den Plan gerufen. Grund: Alles sieht danach aus, dass der Vogel Opfer eines der Windkrafträder geworden ist, die nahe Mißlareuth stehen. Ein Fahrradfahrer fand vorigen Freitag am Rande eines Feldweges den toten Raubvogel. Das Tier fiel ihm auf, weil mehrere Krähen auf dem Kadaver saßen. Der Fahrradfahrer informierte anschließend Naturschützer Thomas Hohl aus Kornbach.

"Bei dem Mäusebussard handelt sich höchst wahrscheinlich um ein erneutes Schlagopfer, welches durch die hier stehenden Windkraftanlagen um sein Leben kam", mutmaßt Hohl. Er weiß von zuvor schon gefundenen toten Vögeln dort. Leider sei durch den schnellen Zugriff durch die Krähen die genaue Todesursache nicht mehr festzustellen. "Die Dunkelziffer von Schlagopfern ist zudem meist sehr hoch", sagt der Naturschützer. "Insbesondere durch Standorte im Feld werden wohl gerade bei kleineren Vögeln oder Fledermäusen nur die allerwenigsten gefunden." Da es sich bei dem Gebiet bei Mißlareuth um ein ausgewiesenes Naturschutz- und Landschaftsschutzgebiet handelt, in welchem noch dazu streng geschützte Vogelarten brüten würden, betrachtet Hohl diesen Fall besonders kritisch. "Es wurden durch mich auch schon mehrere Anfragen an die zuständigen Behörden gestellt. Bündnis 90/Die Grünen haben in Sachsen einen Ausschluss von Windkraftanlagen in Schutzgebieten und auch im Wald zu ihrer Landesdelegiertenkonferenz im März 2019 in Chemnitz beschlossen", sagt Hohl, der für diese Partei im Kreistag des Vogtlandkreises sitzt. Es sei an der Zeit, dass bei aller Notwendigkeit einer Energiewende auch noch andere Parteien dazu Stellung beziehen sollten, so Hohl.

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