Wahlkreis 4 im Vogtland bleibt ohne AfD-Kandidat

Wahl 2019: Rico Weller nicht für Wahl zum Landtag zugelassen

Reichenbach/Oelsnitz.

Die AfD muss zur Landtagswahl am 1. September im Wahlkreis Vogtland 4 vermutlich ohne Direktkandidaten antreten. Der Kreiswahlausschuss hat am Freitag Rico Weller aus Oelsnitz nicht als Kandidat zugelassen. Hintergrund sind Querelen der vergangenen Monate.

Zum ersten Mal hatte die Partei ihre Direktkandidaten für das Vogtland im Oktober 2018 gekürt. Damals sollte Tilman Matheja im Wahlkreis Vogtland 4 antreten. Im Januar 2019 gab es eine zweite Nominierungsveranstaltung, bei der Matheja in einer Stichwahl gegen Weller unterlag. Am 15. Juni folgte Nominierungsveranstaltung Nummer drei. Hintergründe der erneuten Kandidatenkür waren Querelen im Wahlkreis Vogtland 2. Die AfD-Mitglieder wählten dieses Mal Angelina Pertiller aus Muldenhammer zur Kandidatin für Reichenbach und Umgebung. Dagegen legte Weller Widerspruch ein. Und er wusste den Landesvorstand seiner Partei hinter sich. "Die Kandidaten der Wahlkreise 1 bis 3 mussten tatsächlich neu gewählt werden, aber der für den Wahlkreis 4 nicht", sagte Torsten Gahler, Vizeschatzmeister der Landes-AfD. Deswegen sei die Neuwahl ungültig gewesen und Weller nach wie vor rechtmäßiger Kandidat.


Dies sah Cornelia Panzert, Kreiswahlwahlleiterin und Vorsitzende des Kreiswahlausschusses im Landratsamt, anders. "Darf ein Vorstandsvertreter des Landesverbands den Beschluss der Mitgliederversammlung außer Kraft setzen?", fragte Panzert am Freitag. Eine eindeutige Antwort darauf hatte sie zwar nicht, aber sie tendierte zu "nein". Deshalb empfahl sie, Wellers Kandidatur nicht zuzulassen. Die anderen Mitglieder des Kreiswahlausschusses folgten diesem Vorschlag. Selbst bei den anwesenden Vertretern der AfD regte sich kein Widerspruch. Bei der vogtländischen AfD hat man wohl prinzipiell ein Problem mit Weller, den man als Vertreter der eher ungeliebten Landes-AfD betrachtet.

Weller hat angekündigt, bei der Landeswahlleitung gegen das Aus für seine Kandidatur Protest einzulegen.

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2Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 2
    2
    Zeitungss
    06.07.2019

    Ist doch schon einmal ein Lichtblick!!!

  • 3
    3
    Tauchsieder
    06.07.2019

    Schafft es nicht der politische Gegner, dann sägt man selbst den Ast ab auf dem man sitzt. Das einmal die AfD zur Heiterkeit anregt und einem zum schmunzeln bringt, hatte ich nicht erwartet.
    Lachnummer !!!



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