800 junge Patienten in drei Jahren behandelt

Ärztin: "Vogtland bei Jugendpsychiatrie unterversorgt"

Plauen.

Rund 800 Kinder und Jugendliche aus Plauen, dem Vogtlandkreis und aus Oberfranken haben Cathrin Preuß und ihr Team seit Mitte 2016 behandelt. Die Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie hat zu diesem Zeitpunkt ihre Praxis an der Bärenstraße in Plauen eröffnet. In der Region herrsche ambulante Unterversorgung für die bis zu 21-Jährigen, sagte Preuß jüngst im Sozialausschuss des Plauener Stadtrates, wo sie unter anderem ihr Projekt "Lebensgärtnerei" vorstellte. Es gehe um alltagspraktisches Training.

Wegen der fehlenden Therapeuten und der bis zu sechs Monate langen Wartezeiten für einen Klinikaufenthalt sei das Einzugsgebiet enorm groß - für verzweifelte, oft schwer kranke junge Menschen, bei denen laut der Ärztin Suizid neben Unfällen die häufigste Todesursache sei. "Unsere jungen Patienten sind oft dermaßen aufgekratzt und werden von Angst, Panik und Schlafstörungen so gebeutelt, als hätten sie 20 Dosen eines Energydrinks zu sich genommen", verdeutlicht Preuß.


Nicht selten kündige sich mit Schulverweigerung, etwa hervorgerufen durch Mobbing, eine Krise an. Drogen, Krankheit, radikale Lebensentwürfe, Gewalt, Perspektivlosigkeit seien oft die Folgen. (sasch)

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