Berliner Zeichner bekommt e.o.plauen-Preis

Die Jury hat entschieden: Michael Sowa wird im September mit der alle drei Jahre vergebenen Auszeichnung geehrt. Für den Festakt wurde ein neuer Ort gefunden.

Plauen.

Die Entscheidung für den Zeichner, Maler, Illustrator und Karikaturist Michael Sowa als e.o.plauen-Preisträger 2020 fiel einstimmig. Darüber informierte der Vorsitzende der siebenköpfigen Jury, Andreas Platthaus von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ), am Mittwoch im Beisein des Künstlers im Erich-Ohser-Haus.

Der 74-Jährige sei ein "grandioser Illustrator". Er würde Texte nicht einfach nur um Bilder ergänzen, sondern oft auch weitererzählen, und manchmal ergebe sich durch seine Arbeit eine ganz andere Geschichte. "Das konnte auch e.o.plauen", zog der Jury-Chef einen Vergleich mit dem Namensgeber des Preises. Die mit 5000 Euro Preisgeld und einer Kleinplastik des Plauener Bildhauers Hannes Schulze versehene Ehrung findet am 19. September statt. Sowa ist der neunte e.o.plauen-Preisträger.

"Wir gehen mit dem Festakt ins Malzhaus", machte Bürgermeister Steffen Zenner (CDU) auf den Wechsel des Veranstaltungsortes aufmerksam. Vorher fand die Ehrung im Theater statt. In der Malzhausgalerie sei die mit einer Ausstellungseröffnung verbundene Preisverleihung besser aufgehoben - weil die Schau an Ort und Stelle gleich betrachtet werden kann. Die Stadt sei froh, dass der Zeichner die Ehrung annimmt. Dass dem in der Vergangenheit nicht immer so gewesen ist, bestätigte Andreas Platthaus. "Was kann es denn für Gründe geben, das abzulehnen", wollte der Maler daraufhin wissen. Es habe verschiedene Gründe gegeben. Es hatte aber nichts mit der Stadt Plauen zu tun, antwortete der Journalist.

Der Zeichner fühlte sich geehrt, ausgewählt worden zu sein und er versprach dem Kulturbürgermeister, außer seinem Namenszug auch ein kleines Kunstwerk im Goldenen Buch der Stadt zu hinterlassen. Auch eine Ausstellung mit einigen seiner Arbeiten hat er zugesagt.

In Plauen war Sowa am Mittwoch zum ersten Mal. "Mich beeindruckt diese Vita, so tragisch sie auch geendet hat", meinte er zur Biografie Ohsers, der im März 1944 von den deutschen Nazis verhaftet wurde und der sich in der Gefängniszelle das Leben nahm.

Sowa ist bereits seit 45 Jahren als freier Maler und Zeichner unterwegs und hat viele künstlerische Spuren hinterlassen. Wer die Satire-Zeitschrift "Titanic" kennt, der kennt auch die Bilder von Sowa. Denn er beliefert dieses Blatt bereits seit vielen Jahren.

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