Die Härte: Plauens Stahlbauer arbeiten mit digitalen Zwillingen

Vor 15 Jahren hat sich nach einer schweren Krise der Stahlbau Plauen als Plauen Stahl Technologie GmbH neu erfunden. Warum das Unternehmen jetzt in die Offensive geht.

Plauen.

Die Vogtländer kennen das große Werk an der Plauener Hammerstraße immer noch als Stahlbau - und nennen es auch so. Geschäftsführer Peter Völkner hat dafür durchaus Verständnis: "Unser Name Plauen Stahl Technologie ist etwas schwer und sperrig, aber eben genau richtig gewählt", sagt er. Und fügt erklärend hinzu: "Wir haben uns dramatisch gewandelt." Anlässlich des 15-jährigen Bestehens als PST laden Plauens Stahlbauer die Vogtländer dazu ein, sich davon zu überzeugen.

Nicht nur, dass die seit 2003 mehrheitlich zu einer Schweizer Holding gehörende PST in den vergangenen Jahren rund 30Millionen Euro in ihren Standort investiert hat. Der Stahlbau ist heute auch ausgerüstet mit hochmoderner CNC- und computergesteuerter Technik. "Nichts geht durch unsere Fertigung, was nicht zuvor als 3-D-Modell am Rechner erstellt wurde. Jedes Teil wird zuvor als digitaler Zwilling erstellt", sagt Völkner.

Zurzeit gibt es nur ein Problem: "Wir müssen in der Bevölkerung wieder bekannter werden", weiß der Vorsitzende der Geschäftsführung des 160 Mitarbeiter zählenden Unternehmens. Das hat in den vergangenen Jahren seinen Markt gefunden: im Stahlwasserbau, im Brückenbau sowie im Hoch- und Anlagenstahlbau. Völkner versichert: "Wir halten an unserer Mehrproduktstrategie fest." Gemeinsam mit Werk- und Zeitarbeitern sowie Monteuren erreicht PST mittlerweile wieder so viele Beschäftigte wie unmittelbar vor der Krise, die zum Eigentümerwechsel und zur Neugründung geführt hatte. Der Auftragsbestand von rund 140 Millionen Euro reicht bis 2022 - und PST erwartet bis zum Herbst weitere Auftragseingänge. Soeben den Zuschlag erhalten hat man für zehn Schleusen-Obertore für den Main-Donau-Kanal.

Das Unternehmen sucht deshalb Fachkräfte auf allen Ebenen - von der Konstruktion über Fertigung und Montage bis zum kaufmännischen Bereich. Personal- und Verwaltungsleiterin Monique Höfer bemerkt, wie sich die Prioritäten verschieben: "Lag der Hauptteil der Arbeit früher auf der Buchhaltung, ist es heute das Personalwesen." Insgesamt 20 Lehrlinge und Studenten bildet PST aktuell bereits aus.

Tag der offenen Tür Mit einem Tag der offenen Tür begeht die Plauen Stahl Technologie GmbH an der Hammerstraße am Samstag, 1. September, ihr 15-jähriges Bestehen. In der Zeit von 9.30 bis 13.30 Uhr sind zu jeder halben Stunde Führungen durch die Fertigung geplant. Zu jeder vollen Stunde finden Vorträge und Projekte zum Unternehmen, offenen Stellen, Studien- und Ausbildungsmöglichkeiten statt. Zugleich stellt das Plauener Software-Unternehmen Mastersolution sein 3-D-Filmstudio und eine neue, eigens entwickelte 3-D-App über das Stahlbauunternehmen vor. Am Tag zuvor feiert PST mit seiner Belegschaft, Leiharbeitern sowie Werkvertragsmitarbeitern ein Sommerfest anlässlich des 15-jährigen Bestehens als Plauen Stahl Technologie.www.plauen-stahl.de

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