"Ein Festival im Park - das wär's"

Wo ein Problem ist, sehen sie berufsbedingt Lösungen: Architekten. "Freie Presse" stellt in loser Folge Plauens Planer und ihre Ideen für die Stadtentwicklung vor. Heute: Bauingenieur Matthias "Major" Oertel.

Plauen.

Matthias Oertel ist 65 und war zuletzt nicht ganz gesund. Dennoch ist er kein Mensch, der still sitzen kann, sich auf Erreichtem ausruhen will. So beschreibt sich der Mann selbst, der vielen in Plauen als DJ "Major" bekannt ist. Er brauche den positiven Stress, sagt der Diplom-Bauingenieur.

Vom Straßenmusikfest und der dazugehörigen Infrastruktur bis zu einem Campingplatz auf der Stadtparkwiese: Oertel hat Ideen. "Und die gehen mir auch nicht so schnell aus", sagt er. Vor 20 Jahren wollte er aus dem ehemaligen Pionierhaus an der Böhlerstraße eine Jugendherberge machen, eine Stadt- und Sporthalle in der Elsteraue errichten und das Weisbachsche Haus in ein Kreativhotel umwandeln. Bei alledem habe Oertel stets die Bedürfnisse der jüngeren Generation bedacht. "Ich überlege immer, was die Jugend hier halten könnte", sagt der verheiratete Vater zweier erwachsener Söhne. Einer wohnt in Dresden, einer kommt gerade nach Plauen zurück.

Der Schlosshang, seit diesem Jahr auch Campus der Plauener BA- Studenten, sei eine Augenweide, lobt Oertel, der ohnehin vieles schön findet an seiner Heimatstadt. Die Vielfalt in der Bahnhofsvorstadt zum Beispiel und natürlich die Straßenbahn: "Welcher Ort dieser Größe hat das schon?" Ein anderer Favorit Oertels ist der Stadtpark. Auf dem dortigen Gelände des Parktheaters müsse aber seiner Meinung nach noch mehr passieren: "Ein Festival im Park - das wär's", sagt er und denkt an Veranstaltungen wie etwa in Rudolstadt, "aber kleiner und handgemacht". Für die fehlenden Parkplätze hat Oertel ebenfalls eine Lösung parat: Er kann sich eine Art Ringverkehr über die Tennera vorstellen.

Am Stadtrand und im Plauener Umland hat Oertel zudem Lieblingsobjekte. Die Schaustickerei in Reusa gehört zu seinen aktuellen Projekten und die Kirche in Ruppertsgrün - ein Kleinod, wie er sie nennt.

Noch ein anderes Quartier liegt dem Planer am Herzen: die Elsteraue. Sie werde in spätestens fünf Jahren eine Perle sein, blickt Oertel voraus. Ihm und seiner Frau Andrea gehören in der Bleichstraße die Weberhäuser. Das Gebäudeensemble hat sich zu einem sozio-kulturellen Magneten in Plauen entwickelt. Vier der Häuser vermietet Oertel an den Unikat-Verein. Im frisch sanierten Eckbau hat er eine Ferienpension und einen kleinen Gastraum mit Biergärtchen eingerichtet. "Dieses Angebot möchten wir gern noch ein bisschen erweitern, aber nicht zu Lasten der Weberhäuser", sagt der selbstständige Ingenieur. Vor Kurzem hatte es öffentlich Knatsch gegeben, weil Oertel einen Kellerraum des sogenannten Hexenhauses als Lager für sein Lokal abknapsen möchte. "Alles andere bleibt unverändert", verspricht "Major". Der Spitzname übrigens rührt aus Kindertagen. Damals sei er fasziniert gewesen vom gleichnamigen Helden aus dem Fernsehfilm "Die Gentlemen bitten zur Kasse".

1Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 0
    1
    Interessierte
    18.09.2019

    Das ist schön , am Wasser zu sitzen , das kann man in dem großen Chemnitz und an der langen Chemnitz durch die Stadt nur am Diebels und am Jansen , wenn man dort die Preise bezahlen will …
    Ich dachte mal , man kann sich auf das Holzpodest setzen am "Uferpark" , aber da hatte ich falsch gedacht , das ist so verschlagen - nur zum gucken gedacht …



Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
Mehr erfahren Sie hier...