Gefährliche Haltestelle: Umzug geplant

Der neue Bus-Stop im Zentrum macht manchem Fahrgast Angst. Jetzt ist eine Lösung in Sicht. Die Haltestelle soll an einen ruhigeren Ort. Aber das muss genehmigt werden.

Plauen.

Barbara Zeuner macht Nägel mit Köpfen. Als Chefin der Straßenbahngesellschaft ist sie auch für die Stadtbusse zuständig, und dort hagelte es zuletzt Kritik. Fußgängerfeindlicher Blödsinn sei die neue Bushaltestelle auf der Syrastraße neben der Stadt-Galerie. Der Bus hält vor einer Kurve. Menschen, die hinter dem Bus die Straße queren, seien erst spät zu sehen.

Ihre gesamte Mannschaft habe über die Beschwerden diskutiert, sagt Barbara Zeuner: "Ich habe auch mit der Plauener Behindertenbeauftragten gesprochen." Die Ängste der Fahrgäste will sie nicht wegdiskutieren. Gerade hat sie einen Brief an das Landesverkehrsamt (Lasuv) in Dresden fertig gemacht. Darin steht, wie sie das Problem lösen möchte.


So sehen die Pläne aus: Die Buslinie B fährt im Innenstadtbereich eine andere Strecke. Die Zentrums-Haltestelle zieht von der Syrastraße an den Tunnel um, an den Bahnsteig C gegenüber der Stadt-Galerie. Dort müssten die Fahrgäste auch nicht im Regen stehen, sondern es gibt ein Wartehäuschen. Der Bus fährt vom Tunnel über den Unteren Graben, Dobenaustraße und Karlstraße bis zum Albertplatz. "Das wäre unser Wunsch", sagt Zeuner.

Das Landesverkehrsamt muss die neue Linie allerdings genehmigen. Die Straßenbahnchefin rechnet mit sechs Wochen Bearbeitungszeit. Mit Beginn des neuen Schuljahres Anfang August hofft sie, den Plan umsetzen zu können.

Wie Steineschneiden sei die Suche nach einer Lösung für das Haltestellenproblem gewesen. Gemeinsam mit den städtischen Verkehrsplanern habe das Unternehmen sieben Varianten durchgespielt. Der Favorit habe noch einen zweiten Vorteil: Er verbindet am Albertplatz künftig die beiden Buslinien A und B. "Das wünschen sich unsere Fahrgäste", sagt Barbara Zeuner. Das geht allerdings auf Kosten der Haltestelle an der Stresemannstraße, weil der Bus dort nicht mehr entlangfährt. Ab Sommer soll diese wegfallen. Zeuner hofft auf wenig Gegenwind, da die Haltestelle kaum genutzt werde.

Im Februar hatte die Straßenbahngesellschaft ihre Bus-Zentralhaltestelle vom Tunnel an die Syrastraße verlegt. Grund waren neue Busse, die sich das Unternehmen gekauft hat. Die sind breiter und länger als die alten und passen in der Innenstadt nicht an der Straßenbahn vorbei. Rechtlich habe nichts dagegen gesprochen, hieß es aus der zuständigen Verkehrsbehörde im Rathaus. Viele Plauener reagierten empört. Darunter Fahrlehrer, Taxifahrer und Fahrgäste. Sie bezeichneten sie als gefährlichste Haltestelle der Stadt. Fahrlehrer Rico Holzmüller hatte Angst um Schulkinder. Die sehe man als Autofahrer kaum, wenn sie aus dem Bus springen.


Kommentar: Aus Fehlern gelernt

Wie heißt es immer so schön, wenn eine öffentliche Sache kritisiert wird? Wir werden es prüfen. Es laufen Gespräche.

Seit Wochen schimpfen Fahrlehrer und Fahrgäste über die neue Bus-Zentralhaltestelle. Zu gefährlich sei der Ort. Die, die das verzapft haben, werden die Kritik wohl aussitzen, bis sich die Leute abgeregt haben - das war die Befürchtung vieler. Die Straßenbahngesellschaft beweist jetzt das Gegenteil. Sie hat sich Gedanken gemacht und präsentiert eine Lösung. Problem erkannt, Kritik angenommen, neue Haltestelle in Sicht. Das ist ein Beispiel dafür, dass man aus Fehlern lernen kann. Dafür dürfen sich die Mitarbeiter der Straßenbahngesellschaft ruhig mal auf die Schulter klopfen.

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