Lego-Steine für mobile Rampen gesucht

Das Projekt der Initiative Plauen nimmt Fahrt auf. Mittlerweile gibt es in der Stadt elf Sammelstellen. Weitere sollen hinzukommen.

Plauen.

Lego-Steine kennt fast jeder. Vor allem Kinder haben mit ihnen jede Menge Spaß. Schlösser, Autos und Raumschiffe sind nur ein paar Dinge, die man mit den Spielzeug-Steinen bauen kann. Beispiele aus Städten wie Bielefeld und Hanau zeigen aber, dass die bunten Teile auch für nützliche Zwecke verwendet werden können. Initiativen dort haben es geschafft, mithilfe von Lego-Steinen mobile Rampen zu bauen, die es Rollstuhlfahrern, älteren Menschen mit Rollatoren oder auch Eltern mit Kinderwagen ermöglichen, Zugang zu Geschäften, öffentlichen Gebäuden oder Arztpraxen zu erhalten.

Plauen will diesem Beispiel nun folgen. Am ersten Advent startete die Initiative Plauen eine Sammelaktion, die von der Plauener Behindertenbeauftragten Heidi Seeling unterstützt wird. In den nächsten Monaten sollen mithilfe der Plauener Tausende Steine gesammelt werden. In der Stadt wurden an verschiedenen Stellen bunte Sammelboxen aufgestellt. Sie sind ganz leicht erkennbar - sehen sie doch aus wie ein etwas zu groß geratener Baustein aus der Lego-Serie. Aktuell gibt es elf ausgewiesene Sammelstellen. Erste Spenden sind eingegangen. Es werden weitere Sammelstellen gesucht, um so viele Steine wie möglich zu erhalten. Gern können sich Unterstützer bei der Initiative Plauen oder der Behindertenbeauftragten der Stadt Plauen melden.

Vorteil von mobilen Rampen aus Lego-Steinen sei, dass sie individuell zusammengesetzt und damit als Maßarbeit gefertigt werden können, sagt Initiative-Projektinitiator Rico Kusche. "Wir suchen zugleich Vorschläge und Orte für Rampen. Plauener, Unternehmen, Ladeninhaber und Interessierte können sich gern ab sofort bei uns melden. Unser Ziel ist es, zum Stadtfest 'Plauener Frühling' die erste Rampe öffentlich zu übergeben", so Kusche.

Dass mobile Rampen aus Lego-Steinen keine Schnapsidee sind, zeigen Erfahrungen aus anderen Städten. In Köln startete bereits 2017 das Projekt "100 Rampen für Köln", gefördert von der Aktion Mensch. Aus Hanau wird berichtet, dass mit den Rampen Treppenstufen bis zu einer Höhe von 18 Zentimetern überwunden werden können. Um Festigkeit zu bekommen, werden die Steine verklebt und auf einer rutschfesten Unterlage aufgebracht. Sie sind dann so standfest, dass selbst Rollstuhlfahrer selbstständig Treppenstufen zu Geschäften überwinden können.

Sammelstellen in Plauen: Musikmarkt Plauen (Trockentalstraße 78), Raumgestaltung Plauen (Oberer Graben 1), Wohnstätte Syratal/SBW Vogtlandkreis (Osseweg 1+3 in Kauschwitz), Bürgerbüro der Stadt Plauen, Tanzstudio Plauen (Friedrich-Engels-Straße 1), Geschäftsstelle der Elterninitiative Hilfe für Behinderte und ihre Familien Vogtland (Rilkestraße 16), Karl-Theodor-Golle-Schule Syrau (Kauschwitzer Straße 2 in Syrau), Conception Seidel (Altmarkt 3), Blumen Kreativ (Herrenstraße 4), Kinder- und Jugendhaus "eSeF" (Seminarstraße 4) und Jugendzentrum "Oase" (Dr.-Karl-Gelbke-Straße 1).Ansprechpartner sind die Initiative Plauen, Rico Kusche, Telefon 0172 3966566 sowie die Behindertenbeauftragte der Stadt Plauen, Telefon 03741 291- 1017.

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