Neuer Chef im Vogtlandklinikum: "Kontinuität trotz Wandel"

Erstmals seit Jahrzehnten ist ein gebürtiger Vogtländer Geschäftsführer des Helios Vogtlandklinikums Plauen. Was Ralph Junghans mit dem Krankenhaus und den 1200 Beschäftigten vorhat.

Plauen.

Ralph Junghans, geboren 1989 in Oelsnitz, aufgewachsen in Bad Elster, ist neuer Geschäftsführer des Helios Vogtlandklinikums in Plauen. Er löste in dieser Funktion Anfang des Monats Peggy Uhlmann ab, die künftig die Helios-Klinik Leisnig leitet. Bereits seit Oktober 2017 war der studierte Gesundheitsökonom Assistent der Geschäftsführerin.

Der 29-Jährige gab am Donnerstag in einem Gespräch mit Medienvertretern über sich und seine Pläne Auskunft. "Ich fühle mich angekommen. Es hat sich immens gut ergeben, denn in der Regel bekommt ein Assistent nicht als erstes ein Haus dieser Größe anvertraut", weiß Junghans. Mit 1200 Mitarbeitern und 630 vollstationären Betten in seinen 17Kliniken ist das Vogtlandklinikum einer der größten Arbeitgeber im Vogtland. 30.000 stationäre und 110.000 ambulante Patienten versorgt das Krankenhaus jedes Jahr. Rund zwölf Prozent stammen dabei aus dem benachbarten thüringischen oder oberfränkischen Raum.


Für den Vogtländer in dieser Position sprach nicht nur seine Herkunft, sondern seine Qualifikation: Nach dem Abitur am Julius-Mosen-Gymnasium Oelsnitz, Zivildienst in der Paracelsus-Klinik Bad Elster, Studium der Wirtschaftswissenschaften an der TU Dresden und Gesundheitsökonomie an der Universität Bayreuth sowie einigen Praktika ist er seit 2016 bei Helios. Dort durchlief er als "Management-Trainee" alle Stationen von Kliniken und lernte Krankenhäuser unter anderem in Gotha und Erfurt von Grund auf kennen. "Es ist extrem förderlich, dass man lernt, wie ein Krankenhaus tickt", sagt er über die Zeit. Was er bereits als Kind von zwei Ärzten im Elternhaus an Erzählungen aus Klinikalltag und -abläufen mitbekam, motiviere ihn bis heute für seine Arbeit in der Verwaltung einer Klinik: "Ich will, dass meine Eltern von mir sagen würden, das ist einer, mit dem man reden kann und der die Abläufe versteht."

Obwohl er das Vogtlandklinikum bereits bestens kennt, hat er sich vorgenommen, in nächster Zeit in jedes Mitarbeiterteam zu gehen. Erste Termine hat er hinter sich. "Das waren unfassbar gute Gespräche", in denen er viele Ideen und Impulse habe sammeln können, sagt er. In einem so großen Haus dringe nicht jede Kleinigkeit bis zur Geschäftsführung, so Junghans. "Es sind aber mitunter Kleinigkeiten, die manche Mitarbeiter stören." Junghans hat sich vorgenommen, das Helios als einen attraktiven und sicheren Arbeitgeber zu entwickeln. Stolz verweist er darauf, dass es keine freie Chefarztstelle gibt. Die Altersstruktur unter Ärzten sei "geradlinig", sodass kein plötzlicher Verlust vorhandenen Fachwissens drohe.

Als Leitlinie seines künftigen Handelns gibt Junghans den Satz "Kontinuität trotz Wandel" aus: Er kennt die Leute, die Mitarbeiter, die Region. An Projekte und Pläne, die angestoßen sind (wie ein Anbau an die Rettungsstelle und der Neubau des Bildungszentrums), kann er nahtlos anknüpfen. Dennoch bedeute das nicht, dass alles bleibt wie es ist. Er sehe die Notwendigkeit, Medizinische Versorgungszentren weiter auszubauen. Ein Ziel sei auch, stärker Ärztenachwuchs aus der eigenen Region zu rekrutieren, der nach dem Studium in die Heimat zurückkommt. Bei neuen Wegen und Ansätzen dazu (siehe Text unten) ist Helios von Anfang an als Praxispartner dabei. Junghans: "Man muss als großer Arbeitgeber auch mal etwas wagen."

Er empfinde es als schöne und spannende Aufgabe, seine Arbeit in der Heimat zu machen, sagt Junghans. Er ist ledig und hat noch keine Kinder. Seinen Lebensmittelpunkt verlegt er gerade nach Plauen.


Helios Vogtlandklinikum eröffnet neuen Weg zum Medizinstudium ohne Numerus Clausus

Der Ansturm auf Studienplätze in der Medizin ist groß. An fast allen Unis in Deutschland gilt deshalb einen Numerus clausus von 1,0 im Abitur-Durchschnitt. Langsam setzt sich die Erkenntnis durch, dass 1,0-er Abiturienten später nicht automatisch die besten Ärzte werden.

Der Freistaat Sachsen geht deshalb neue Wege, um Interessenten auch ohne einen Abitur-Durchschnitt von 1,0 den Zugang zum Medizin-Studium

zu erleichtern. In einer Kooperation mit der TU Dresden bietet das Helios-Vogtlandklinikum ab Oktober den neuen Studiengang zum Medizinischen Behandlungsassistenten an. Das Klinikum ist dabei Praxispartner und wird Studiengebühren zur Hälfte mitfinanzieren.

Die ersten zwei Semester sehen mit ausgewählten Klinikpraktika sowie einer gezielten Vorbereitung auf den zentralen Test für medizinische Studiengänge (TMS) die intensive Förderung künftiger Medizinstudenten vor. Nach einem erfolgreichen Abschluss des Orientierungsjahres bestehen für sie dann "beste Chancen auf einen Studienplatz im Modellstudiengang Humanmedizin, der zum Wintersemester 2020/2021 erstmalig in Chemnitz startet", heißt es aus dem Klinikum.

Am Dienstag, 20. August, stellt das Helios Vogtlandklinikum in seinem Konferenzzentrum auf dem Krankenhausgelände an der Plauener Röntgenstraße Interessenten der Region den neuen Weg in die Medizin ausführlicher vor. Beginn ist 15 Uhr.

www.helios-gesundheit.de

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