Pflegebedarf: Helios legt im Gerangel um Fachkräfte vor

Klinikum will mitten im Azubi-Jahr eine zusätzliche Klasse öffnen

Plauen.

Die neuen Personal-Untergrenzen in der Pflege heizen den Kampf um Fachkräfte im Vogtland an. Rund 780 offene Stellen gibt es derzeit im Gesundheitswesen im Vogtlandkreis. "Es kann noch dramatischer werden. Aber der Bedarf an Pflegekräften ist schon jetzt sehr hoch", sagte die Plauener Arbeitsagenturchefin Helga Lutz. Die Behördenchefin sieht es angesichts der derzeitigen Lage als eine echte Herausforderung, in Plauen ein zusätzliches, vierstöckiges Pflegeheim mit Platz für 130 Senioren betreiben zu wollen, das derzeit am Goetheplatz entsteht.

Um gegen Mangel an Pflegepersonal vorzusorgen, startet das Helios Vogtland-Klinikum jetzt eine ungewöhnliche Initiative: "Wir wollen die Möglichkeit nutzen, im Sektor Gesundheit noch eine extra Klasse aufzumachen", sagte Helios-Sprecherin Dorit Wehmeyer gestern. Das soll im laufenden Ausbildungsjahr geschehen, sofern sich auf die Schnelle mindestens 25 Bewerber finden. Ansprechen will Helios junge Leute, für die es im ersten Anlauf vergangenen Herbst nicht mit einer Ausbildung klappte. Die seit diesem Monat geltenden Pflegeuntergrenzen seien ein Grund, diesen Schritt jetzt zu gehen, hieß es.

In Fachkreisen wurde zuletzt befürchtet, dass künftig im ländlichen Raum nur die Großen der Branche im Wettbewerb um Patienten und Personal bestehen könnten. Ein Pflegedienstleiter aus der Region hatte zudem beklagt, niemanden mehr finden zu können, der in dem Berufsfeld arbeiten wolle.

Um den Job für Bewerber attraktiver zu machen, müsse sich erst die Arbeitssituation verändern, hieß es aus der Arbeitsagentur. "Auch eine bessere Bezahlung kann die gesundheitliche Belastung nicht lindern", sagte Helga Lutz. Der hohe körperliche Einsatz schrecke viele ab. Das Ausfüllen der Tätigkeit bis zum Rentenalter sei schwer machbar. "Man braucht auch eine innere Einstellung für den Beruf. Sonst wird man nicht glücklich."

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