Plastikmüll unter freiem Himmel: Zeitverzug bei der Beräumung

Auf einem bei Bürgern heftig umstrittenen Lagerplatz für Kunststoffabfälle geht's voran. Der Umzug des stark kritisierten Plauener Betriebs hakt indes.

Plauen.

Eine Lagerfläche für massenweise Plastikmüll an der Plauener J.-C.-Dietrich-Straße, den das in der Spitzenstadt ansässige Unternehmen SRH Kunststoffe betreibt, ist nicht wie vom Firmenchef angekündigt bis Ende Juli wieder blitzblank gemacht worden. Auf Anfrage teilte das Landratsamt mit: "Die vordere Hälfte ist bereits vollständig beräumt und oberflächlich gereinigt worden, die hintere nur zum Teil." Am 31. Juli habe die Behörde dort kontrolliert, ob SRH-Geschäftsführer Uwe Röhn, wie in der "Freien Presse" angekündigt, den bei Bürgern als Umweltverschmutzung verschrienen Platz beräumt hat.

"Herr Röhn gab an, die Beräumung spätestens bis Ende August vornehmen zu wollen", erklärte nun Presse-Mitarbeiter Dieter Krug. Der Behörde sind die Hände gebunden: "Röhn verfügt über eine immissionsschutzrechtliche Genehmigung, deren Nebenbestimmungen er auch einhält, sodass die Beräumung nicht gefordert werden kann", so Krug weiter.

Die SRH Kunststoffe auf dem früheren Plamag-Gelände ist bei Anwohnern aufgrund von Schmutz und Lärm verschrien. Auf dem Areal der SRH Kunststoffe lagert geschreddertes Plastik teils ungeschützt unter freiem Himmel. Wind und Wetter treiben Partikel in die Umgebung.

Eigentlich will Röhn ins Treuener Gewerbegebiet "Goldene Höhe" übersiedeln. Nach seinen Angaben hat der Unternehmer die Fläche in Treuen bereits Anfang 2017 gekauft. Doch der Umzug hakt. Das liege an der Stadt Treuen, teilte Uwe Röhn mit. Der Plauener Standort war seinen Angaben nach von vornherein nur als Übergangslösung gedacht. "In Treuen wollten wir eigentlich 2018 mit der Produktion beginnen", erklärte er. "Durch Versäumnisse der Stadt, welche sich erst in der Genehmigungsphase herausgestellt haben, sind für uns große Probleme entstanden. Die Fläche war ohne Baurecht." Die Verzögerungen hätten zu Problemen geführt, so Röhn weiter, sodass ein Umzug nicht absehbar sei.Als gescheitert betrachte er das Projekt dennoch nicht.

Dass Treuen schuld an der Verzögerung ist, lässt Pressesprecher Philipp Kober nicht auf der Kommune sitzen. Er erklärt: "Der Stadtrat hat im Mai den Bebauungsplan Regionaler Vorsorgestandort für Industrie und produzierendes Gewerbe ,Goldene Höhe - TG IV' als Satzung beschlossen." Das ist ein wichtiger Schritt in einem öffentlichen Bauverfahren. Kober spielt den Ball weiter: Die Stadt habe den Bebauungsplan im Landratsamt eingereicht, damit er dort genehmigt wird, so der Stadtsprecher. Nun liegt der Ball offenbar immer noch in der Kreisbehörde. "Die Genehmigung wurde noch nicht erteilt, daher konnte sie und damit der Bebauungsplan noch nicht bekanntgemacht werden", sagt Kober. Ohne geht es nicht: "Erst mit dieser Bekanntmachung tritt der Plan in Kraft", erklärt er.

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1Kommentare
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    Tauchsieder
    10.08.2018

    Erstens hat das LRA zur Zeit mit sich selbst zu tun. Zweitens kann man Treuen verstehen, wer will schon so einen Dreck und vor allem den Umgang damit vor seiner Haustür haben. Vor allem wenn man jetzt sieht, wie die Behörde mit solch einem Problem umgeht.
    Und was das Thema Umweltverschmutzung angeht Zitat: - .... erklärte nun Presse-Mitarbeiter Dieter Krug. Der Behörde sind die Hände gebunden ... - Zitat Ende, würde der Volksmund eher sagen - .. das glaubst du doch wohl selber nicht ... ! Diese Verteilung von Plasteabfällen in die freie Umgebung ist weder mit dem Immissionsschutzgesetz noch mit den Naturschutzgesetzen vereinbar. Wenn das LRA nicht will oder kann hilft vielleicht eine Anzeige. Dann muss sie!



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