Plauener Babyleiche: Haftbefehl gegen Kindesmutter erlassen

Die Frau soll im Januar einen weiblichen Säugling lebend geboren und unter Textilien verborgen haben, so die Staatsanwaltschaft Zwickau. Die Ermittler führen einen Zeugen ins Feld, der sich erst jetzt gemeldet hat.

Plauen. Nach dem Fund eines Neugeborenen im Januar in einer Plauener Wohnung hat die Ermittlungsrichterin des Amtsgerichts Zwickau Haftbefehl wegen Totschlags gegen die 31-jährige Mutter des Kindes erlassen. Wie die Staatsanwaltschaft Zwickau am Montag mitteilte, wird der Beschuldigten vorgeworfen, am Nachmittag des 12. Januar 2020 in ihrer Wohnung in Plauen einen weiblichen Säugling lebend geboren und anschließend unter Textilien verborgen zu haben. Dabei sei ihr klar gewesen, das Neugeborene hierdurch zu töten. Das Kind wurde am 14. Januar im Rahmen eines Notarzteinsatzes tot aufgefunden.

Wie die Staatsanwaltschaft erklärte, ergibt sich der dringende Tatverdacht gegen die Beschuldigte aus der Aussage eines Zeugen, dem die Beschuldigte die Tat geschildert habe. "Dieser hat sein Wissen den Ermittlern erst jetzt offenbart", heißt es in der Pressemitteilung der Ermittler. Den Haftbefehl hat die Ermittlungsrichterin bereits am Freitag erlassen.

Die Mutter hatte ihre hochschwangere Tochter im Januar besuchen wollen und schließlich den Notarzt gerufen. Die Sanitäter fanden kein Baby und schalteten die Polizei ein. Die Beamten suchten mit einem Spürhund das Gelände ab. Den toten Säugling fanden sie mehrere Stunden später versteckt in der Wohnung der Kindsmutter. Die Frau war nach dem Fund der Babyleiche ins Krankenhaus gebracht worden und mehrere Tage nicht vernehmungsfähig gewesen.

Der Fall steht nicht in Zusammenhang mit einem weiteren Babyleichenfund nahe der Burgruine Liebau Anfang August. (nd/manu)

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