Profis sollen Namen fürs Museum finden

Wie heißt künftig die neue Erlebniswelt im Weisbachschen Haus? Alle bisherigen Vorschläge konnten im Rathaus nicht überzeugen. Der Kulturausschuss hat deshalb einen neuen Beschluss gefasst.

Plauen.

Das Tauziehen um den Namen für das neue Textilzentrum in der Elsteraue hat auch nach zwei Jahren kein Ende. Nun drängt die Zeit, denn im Oktober will die Stadt jemanden einstellen, der die Einrichtung professionell vermarktet. Das funktioniert aber nur mit einer endgültigen Bezeichnung der Einrichtung. Deshalb soll eine Werbeagentur mit der Namensfindung beauftragt werden. Das haben fünf von sieben Stimmberechtigten am Donnerstag im städtischen Kulturausschuss beschlossen.

Ingo Eckardt (CDU) votierte mit "Nein", Jörg Schmidt (CDU) enthielt sich. Beide erachten die Hilfe von Profis für unnötig. CDU-Stadtrat Lutz Kowalzick sprach sich indes zum wiederholten Mal dafür aus, Experten einzubeziehen. Das Namens-Branding sei notwendig, weil offensichtlich selbst die Marketingmitarbeiter der Verwaltung den Namenszusatz "Weisbachsches Haus Plauen - Deutsches Forum für Textil und Spitze" als zu sperrig empfinden. Vorn dran wünschen sie sich etwas Kurzes und Knackiges, berichtete Kulturbürgermeister Steffen Zenner (CDU). So eine überregional einprägsame Wortmarke auf die Schnelle zu entwickeln, das traut man im Rathaus nunmehr nur noch einer Agentur zu. Drei bis fünf Vorschläge soll sie machen. Der neue Stadtrat soll daraus wiederum zwei bis drei auswählen, welche dann zu einer Bürgerabstimmung gestellt werden. Der Favorit soll schließlich verwendet werden. Die Kosten für den Agenturauftrag beliefen sich laut Zenner auf 2000 Euro. "Das ist nicht die Welt", sagte er. Für den namens- und markenrechtlichen Schutz fielen weitere 1000 Euro an.


Für das geplante Museum in der Elsteraue gab es immer wieder diverse Namensideen. So hatte die "Freie Presse" bereits im Frühjahr 2018 um Vorschläge gebeten. Unter den zahlreich eingesandten Ideen waren zum Beispiel "Stickonvalley", "SpitzenArt" und "Grovotex".

Das Rathaus hat nun in der Hand, mit welchem Namen künftig für seine interaktive Museumswelt geworben werden soll. Denn da die Bauarbeiten am und im Gebäude begonnen haben, rückt auch das Haus an der Bleichstraße 1 selbst wieder stärker ins öffentliche Licht. Wenn es regelmäßig andere Arbeitstitel gebe und quasi jeder einen eigenen Namen benutzt, könnte das Probleme bei der Finanzförderung verursachen, fürchtet Zenner.

Bewertung des Artikels: Ø 2 Sterne bei 1 Bewertung
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...