Putzmunter mit fast 90 Jahren: Gala für Ruth Müller-Landauer

Als "Neideiteln" und Tanzlehrerin ist sie vogtlandweit bekannt. Kurz vor ihrem runden Geburtstag gab es für das Plauener Original am Samstag eine Veranstaltung der besonderen Art. Selbst ein Gruß des Ministerpräsidenten fehlte nicht.

Plauen.

Sie ist immer noch putzmunter und sprüht vor Energie. Mit ihren fast 90 Jahren stimmte Ruth Müller-Landauer am Samstag in der Veranstaltungshalle des Möbelhauses Biller das Vogelbeerbaum-Lied an. Bei bester Laune schunkelte und sang das Publikum mit. Es war das große Finale der Benefiz-Gala "Vergissmeinnicht". Das eingespielte Geld fließt in den Spendentopf für die Biografie über die älteste Tanzlehrerin des Vogtlandes, die auch in ihrer Parade-Rolle als "Neideiteln" regelmäßig für Furore sorgt. Zum Geburtstag der mopsfidelen Rentnerin am 8. Mai dieses Jahres soll die Publikation fertig sein. Das Werk ist bereits in Arbeit.

Zur Veranstaltung gab es einen kleinen Vorgeschmack auf das spannende Leben der außergewöhnlichen Vogtländerin. Autor Markus Schneider las auf der Bühne ein Kapitel aus dem Manuskript vor. Die Gäste bekamen Einblicke in die Jugendzeit der lebenslustigen Seniorin, die die Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges in Plauen als Jugendliche am eigenen Leib zu spüren bekam. Der Luftschutzkeller war die letzte Zufluchtsstätte vor den Bombenhagel aus der Luft. Das Kriegsende sagte Müller-Landauer übrigens voraus. "Ich habe erklärt, dass an meinem Geburtstag Frieden ist." So kam es dann auch. Gefeiert wurde damals übrigens nicht, blickte die Plauenerin zurück. "Meine Mutter hat den Geburtstag vor Aufregung vergessen."

Moderatorin Ines Falcke präsentierte den Gala-Besuchern ein buntes Programm mit Tanz und Livemusik. Gleich zu Beginn las die Chef-Organisatorin der Veranstaltung Grüße des sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer an die Plauener Tanzlehrerin vor.

Während der Gala erlebten die rund 400 Gäste quicklebendige Auftritte der Tanzgruppe Vergissmeinnicht. Von den Jüngsten bis zu den Teenagern war alles vertreten. "Die Impulse kommen von den Kindern und Jugendlichen", verriet Müller-Landauer. Anfang der 1990-er Jahre gründete die Trägerin der Plauener Stadtplakette den Verein. "Damals haben sie zu mir gesagt, dass es sich in meinem Alter nicht mehr lohnt, so etwas auf die Beine zu stellen."

Anja Hirt ist heute noch sehr stolz darauf, dass es ihre ehemalige Tanzlehrerin allen Zweiflern gezeigt hat. Am Samstag war sie bei der Benefizveranstaltung mit ihren Freundinnen von den "4-City-Dancers" dabei. "Ruth ist einfach einzigartig. Ich habe bei ihr 1979 im alten Plauener Milchhof die ersten Tanzschritte gelernt." Geübt wurde zu jener Zeit unterm Dach des 1. Plauener Tanzstudios.

Alina Thier gehört zu den aktuellen "Vergissmeinnicht"-Tänzerinnen. "Frau Müller ist immer positiv", schwärmte die Schülerin. Die schwerste Zeit für die rüstige Rentnerin seien die Sommerferien. "Da muss sie wochenlang auf uns verzichten."

Bevor alle Besucher zum Tanzreigen eingeladen wurden, sorgten die "Feinen Herren von der Straße" sowie die Band Landluper für Stimmung in der Halle.

Derweil füllten sich im Saal die Spendenboxen. Laut Projekt-Initiatorin Ines Falcke steigt das Spendenbarometer kontinuierlich. Mehr als die Hälfte des benötigten Geldes für die Biografie sei bereits eingespielt. Im Internet kann man den aktuellen Stand verfolgen. Wer nicht nur Geld spenden möchte, sondern eine Gegenleistung wünscht, kann beispielsweise Autogrammkarten, Proben beim Tanzverein, Original-Grafiken zum Buch und sogar einen Kaffeeklatsch mit der Jubilarin buchen. www.99funken.de/neideiteln

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