Radarfallen blitzen täglich in zwei Schichten

Durch den Einsatz zweier mobiler Blitzer sollen Fußgänger und Radfahrer besonders geschützt werden. Denn zu schnelles Fahren ist die Hauptunfallursache. Doch es geht noch um etwas anderes.

Plauen.

Der Einsatz mobiler Blitzer spülte Plauen in den vergangenen zweieinhalb Jahren unterm Strich mehr als eine halbe Million Euro ins Stadtsäckl. Doch um die Geldeinnahmen für die klamme Kommunalkasse geht es nicht in erster Linie, vielmehr um den Schutz von Leben und Gesundheit der schwächsten Verkehrsteilnehmer, wie Anja Ullmann am Donnerstagabend im Finanzausschuss des Plauener Stadtrates deutlich zu machen versuchte.

Ullmann ist Leiterin des Fachbereiches Sicherheit und Ordnung und tat mit der detaillierten Übersicht einem Antrag der CDU-Fraktion genüge. In Sachen Geschwindigkeitsmessungen gibt es Prioritäten. so seien besonders Kindergärten und Schulen im Visier (20 Messplätze), ebenso vor Bäder und Pflegeeinrichtungen (5), verkehrsberuhigte Bereiche (9), zudem 30er-Zonen und sonstige Strecken (insgesamt 104). "Es werden monatlich Einsatzpläne aufgestellt und veröffentlicht, die sicherstellen sollen, dass eine flächendeckende Kontrolle stattfindet", erklärte Ullmann. In die Pläne würden Bürgerhinweise und die Auswertung der Unfallkommission fließen.

Die Überwachung selbst bezeichnet die Verwaltung gern als generalpräventiv. Doch leider würden auch immer Fahrer beobachtet, die an den Messstellen regelrecht vorbeischlichen, um darauf hin richtig Gas zu geben, hat Thomas Fiedler (SPD) beobachtet. Manch' aufmerksamer Verkehrsteilnehmer kennt offenbar inzwischen die beiden Blitzer-Autos der Stadt. Ein weißer Skoda Roomster steht seit 2010 am Straßenrand. Im August kam ein grauer VW Caddy dazu. "Dessen Technik besaßen wir aber schon seit Mitte April", so Ullmann. Es wurde damals noch mit einem Stativ gemessen.

Die Geräte werden von drei "Messbediensteten" (Ullmann) im Zweischichtbetrieb betätigt. Sie seien etwa 16 Stunden pro Tag im Einsatz - einschließlich der Rüst- und Pausenzeiten sowie der An- und Abfahrt und der Einrichtung der Technik. Die reine Messzeit beträgt zwischen elf und 13 Stunden täglich.

Bei aller Notwendigkeit der Verkehrsüberwachung gehe es aber auch darum, dass mit den Strafgeldern gerechnet und gearbeitet werde, stellte Stadträtin Kerstin Knabe (FDP) fest. Bürgermeister Steffen Zenner (CDU) wies indes darauf hin, dass das Ordnungsamt keine moderne Wegelagerei betreibe. Es handle sich um eine Weisungsaufgabe, also eine Pflicht der Behörde.

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