Vogtland ehrt einen berühmten Brückenbauer

Zum 150. Todestag von Andreas Schubert, des Planers der Göltzschtal- und Elstertalbrücken, findet in Reichenbach ein Vortragsprogramm statt.

Reichenbach/Netzschkau.

Zu einer Ehrung des Ingenieurs Johann Andreas Schubert laden der Landesverein Sächsischer Heimatschutz Dresden, Regionalgruppe Vogtland, gemeinsam mit den Städten Reichenbach und Netzschkau sowie dem Verein Aqua et Natura für Samstag, 10 Uhr in das Rathaus Reichenbach ein. Dann beginnt dazu ein Kolloquium. In Wernesgrün, am 19. März 1808 geboren, hinterließ Schubert im Vogtland zwei monumentale Bauwerke: die Göltzschtalbrücke und ihre kleinere Schwester, die Elstertalbrücke. Zuvor, ab 9 Uhr, besichtigen die angemeldeten Teilnehmer die Göltzschtalbrücke.

1841 wurden die Verträge über den Bau einer Eisenbahn zwischen Leipzig und Nürnberg geschlossen, ohne sich der daraus erwachsenden technischen Konsequenzen bewusst zu sein. Gerade die Durchquerung des Vogtlandes erforderte den Bau von Brücken in bislang unbekannten Dimensionen. Schubert fühlte sich herausgefordert, die Konstruktion steinerner Bogenbrücken theoretisch zu untermauern. Zusammen mit Oberingenieur Wilke sowie den Ingenieuren Dost und Kell wuchsen in fünf Jahren nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit zwei Ziegelstein-Großbrücken mit einer Länge von insgesamt 853 Metern, vor Ort von 2635 Arbeitern errichtet. Dabei wurden nach dem Prinzip des Kettenbogens Spannweiten von um die 31 Meter erreicht. Heute, nach etwa 175 Jahren, dürfen wesentlich schwerere und längere Züge diese originalen Brückenbauwerke mit bis zu 120 Kilometern pro Stunde passieren. Die Göltzschtalbrücke gilt als größte Ziegelsteinbrücke der Welt. Mit dem Schubert-Kolloquium, der größten diesjährigen Veranstaltung in Sachsen, ist auch eine Ausstellung zur sächsischen Eisenbahngeschichte des Dresdeners Berndt Ihle verbunden.

Das Programm wird von Hans-Jürgen Hardtke aus Dresden eingeleitet mit einem Beitrag zu Schuberts Leben und Wirken. Ihle stellt die einstigen Bemühungen zum Bau einer Eisenbahnverbindung zwischen den Ländern Sachsen und Bayern dar. Jürgen Stritzke aus Dresden, der gemeinsam mit Peter Beyer aus Reichenbach in einem Buch im Auftrag der Bundesingenieurkammer die Göltzschtalbrücke als Wahrzeichen der Ingenieursbaukunst gewürdigt hatte, spricht über technische Innovationen beim Bau dieser Brücke. Wolfgang Weber aus Reichenbach stellt seine Untersuchungen vor, warum die Göltzschtalbrücke nicht den Wirren des Zweiten Weltkrieges zum Opfer fiel.

Christian Espig vom Historischen Archiv des Vogtlandkreises in Oelsnitz beleuchtet das Erscheinungsbild der Brücke in Sendungen des Fernsehens. Wolfgang Richter und Christa Trommer berichten für den Fremdenverkehrsverein nördliches Vogtland über Erfahrungen mit dem Tourismus an der Brücke. Den Abschluss der Veranstaltung bildet ein Besuch im Rollbock-Lokschuppen Oberheinsdorf.

Anmeldung unter Telefon 03765 15067. Die Teilnehmerzahl ist auf 40 begrenzt.

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