Von der Judengasse zur Nobelstraße

Auflösung Fotorätsel 1290: Lebendige Stadtgeschichte

Plauen.

Als der sächsische König Friedrich August I. im Frühjahr 1813 samt Familie, Leibgarde, Hofstaat und Minister von Dresden nach Plauen kam, war das kein offizieller Besuch in der Vogtlandstadt, sondern er war auf der Flucht vor der Befreiungsarmee. Die Stadt empfing ihn festlich. Einen Monat lang hielt er sich mit seinem Gefolge in einem der Kaufmannshäuser in der Judengasse auf, heute Vogtlandmuseum. Ihm zu Ehren wurde die Judengasse von der Stadtverwaltung auch in Königgasse umbenannt. Gasse klang aber nicht standesgemäß, so wurde bald daraus die Königstraße. Und als nach 1945 das Königliche nicht mehr standesgemäß war, erhielt diese Straße zwischen Neundorfer- und Straßberger Straße den Namen Nobelstraße. Dort entstand das Rätselfoto der vergangenen Woche. Alfred Nobel (1833 - 1896) war schwedischer Chemiker und Erfinder des Dynamits. Der alljährliche Nobelpreis geht auf seine Stiftung aus seinem Vermögen zurück.

Nach König Friedrich August I von Sachsen (1806 - 1827) wohnte im Juni 1813 im selben Haus Major von Lützow (Lützowsche Freikorps), während bereits im Mai 1812 der französische Kaiser Napoleon (1769 - 1821) in einem dieser Kaufmannshäuser übernachtete. Das Napoleon-Zimmer im Vogtlandmuseum erinnert noch heute an seine damalige Anwesenheit. Die Nobelstraße ist hauptsächlich durch das Vogtlandmuseum und das Erich-Ohser-Haus bekannt, auch durch die Gaststätte Matsch. Die damaligen Kaufmannshäuser, erbaut 1780 bis 1790, wurden 1920 von der Stadt Plauen gekauft und 1923 als Vogtländisches Kreismuseum eröffnet. (ta)

Gewonnen hat Margitt Rudolph aus Plauen. Sie erhält das Buch "Die Vogtländer - fleißig, fröhlich, familiär" aus dem Verlag Briese-Werbung. Wer kein Glück hatte: Erhältlich ist das Buch direkt beim Verlag unter der Rufnummer 03741 4035935. Am Samstag war versehentlich eine unvollständige Rufnummer abgedruckt worden.

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