OB gibt nach: Wöhl soll Sportstättenchef werden

Dem Zwickauer Stadtrat liegt eine entsprechende Beschlussvorlage vor - Linksfraktion wartet Entscheidung ab

Zwickau.

Zwickaus Oberbürgermeisterin Pia Findeiß (SPD) hat ihren Widerstand aufgegeben: Sven Wöhl soll jetzt doch Betriebsleiter des Sportstättenbetriebes der Stadt Zwickau werden. Dem Stadtrat liegt eine entsprechende Beschlussvorlage vor. Die Rathauschefin hatte sich lange Zeit für Mirco Franke, den amtierenden Leiter des erst seit Juli 2019 bestehenden städtischen Betriebes, stark gemacht und diesen im Finanzausschuss durchsetzen wollen. Als das nicht funktionierte, hatte sie sogar einen Rechtsstreit am Arbeitsgericht in Kauf genommen. Wöhl hatte geklagt, nachdem weder er noch Franke im Oktober 2019 im Ausschuss eine Mehrheit gefunden hatten. Wöhl sah sich als besser qualifiziert für diesen Posten. Das Gericht sah das ähnlich und verfügte in einem Eilverfahren, dass die Stadt die Stelle bis zur Entscheidung in der Hauptsache nicht vergeben darf- höchstens an Wöhl selbst. Ein Gütetermin war vor ein paar Wochen kurzfristig wieder aufgehoben worden.

Zuletzt habe sich innerhalb der Fraktionen "eine mehrheitliche Verständigung" auf einen Bewerber abgezeichnet, heißt es in der von Findeiß unterschriebenen Vorlage. Ob diese Mehrheiten jedoch tatsächlich reichen, ist offen. Speziell innerhalb der CDU gibt es Vorbehalte gegenüber Wöhl.

Die Verschiebung der Mehrheiten könnte seine Ursache in einer anderen Personalie haben. Mit einer Entscheidung für Wöhl käme dieser als Nachfolger von Finanzbürgermeister Bernd Meyer (Die Linke), um dessen Job er sich ebenfalls beworben hatte, nicht mehr infrage. Das würde unter Umständen den Weg für einen Kandidaten mit anderem Parteibuch freimachen.

Veränderungen würde Wöhls Jobwechsel auch bei der Stadtratsfraktion der Linkspartei nach sich ziehen. Seit 2012 ist Wöhl Fraktionsgeschäftsführer. Diesen Posten müsste er aufgeben, wenn er auf den Chefsessel des Sportstättenbetriebes wechselt. Über eine Nachfolge ist noch nicht entschieden. "Zunächst muss der Stadtrat der Beschlussvorlage zustimmen", sagte Fraktionschefin Ute Brückner. Danach werde man sich zusammensetzen und über die Neubesetzung der Stelle des Fraktionsgeschäftsführers beraten. Als dann städtischer Angestellter müsste Wöhl zudem sein Stadtratsmandat niederlegen. Für ihn würde Martin Wieth nachrücken. (nkd)


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