30-Jährige ist in Thurm neue Schulleiterin

Ihren nunmehr sechsten Schulanfang erlebt nächste Woche Franziska Hamm. Aufgeregt war sie bei jedem bisher, aber diesmal wird sie zum ersten Mal eine Rede halten.

Thurm.

Noch herrscht Ruhe in der Grundschule im Mülsener Ortsteil Thurm, nur ganz unten sind Stimmen aus dem Hort zu hören. Im ersten Stock sitzt mit Franziska Hamm eine junge Frau, die im Ort bisher kaum einer kennt. Sie löst Ina Schlimper, die in den Ruhestand gegangen ist, als Schulleiterin ab und grübelt gerade über ihrer Rede, die sie zur Schulanfangsfeier in der Festscheune halten will.

Dabei gehen der Pädagogin ihre anderen Schulanfänge durch den Kopf. Fünf hat sie bisher erlebt. Den ersten, als sie in die Comeniusschule in Wilkau-Haßlau kam. Es folgte die Aufnahme ins Sandberggymnasium, später begann sie an der Technischen Universität Dresden, 2011 dann als Referendarin an der Nicolaischule in Zwickau und zwei Jahre später als Grundschullehrerin an der gleichen Bildungseinrichtung. Jetzt steht ihr wieder ein Schulanfang bevor. Diesmal als Chefin der Grundschule in Thurm. Franziska Hamm freut sich auf die 41 Abc-Schützen, denen sie bei der Feier ihre Zuckertüten überreichen wird, genauso wie auf die anderen 119 Mädchen und Jungen, die in den zweiten, dritten und vierten Klassen lernen werden. "Ich bin auch gespannt auf die Zusammenarbeit mit den Eltern, den Pädagogen und den anderen Partnern hier im Ort. In so einer Gemeinde läuft ja bestimmt einiges anders als in Zwickau", sagt sie.

Als sie ermuntert worden war, sich auf die Schulleiterstelle zu bewerben, habe sie sich schon reiflich überlegt, ob sie das tun sollte. "Ich habe mich an der Nicolaischule sehr wohl gefühlt. Der Weggang ist mir nicht leicht gefallen", sagt die 30-Jährige. Andererseits habe sie die Herausforderung gereizt, nach fünf Jahren etwas Neues zu machen, einmal eine andere Schule kennenzulernen. Bei einer Dienstberatung in Thurm im vorigen Schuljahr sei sie sehr gut aufgenommen worden. Und mit der scheidenden Thurmer Schuldirektorin hat sich die Zwickauerin schon mehrfach getroffen, damit der Übergang reibungslos klappt. Wie Ralf Burkhardt, ihr bisheriger Chef in Zwickau, will sie die Lehrer neue Ideen ausprobieren und Projekte testen lassen. "Dann wird reflektiert, ob es funktioniert. So laufen wir nicht Gefahr, in eingefahrenen Gleisen steckenzubleiben", sagt Franziska Hamm. "Wichtig ist mir eine vertrauensvolle Zusammenarbeit auf Augenhöhe, bei der jeder seine Gedanken einbringen kann."

Im Team der Thurmer Grundschule ist die Zwickauerin mit ihren 30 Jahren nicht die Jüngste. "Es gibt noch eine Referendarin und eine Lehrerin, die jünger sind, aber auch ältere. Ich finde, es ist eine gute Mischung", sagt sie. Mit einem Durchschnitt von 1,7 beim Abitur hätte die junge Frau, die den Mathe-Leistungskurs belegt hatte, damals auch etwas völlig anderes studieren können. Heute ist sie sich sicher, genau die richtige Wahl getroffen zu haben. "Mir macht der Lehrerberuf großen Spaß", sagt sie.

Als Klassenleiterin wird die neue Schul-Chefin nun zwar nicht mehr agieren können, aber Mathe und Musik unterrichten. Und so wird man Franziska Hamm wohl ab und an mit der Gitarre unterm Arm aus ihrem Büro kommen sehen.

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