Corona-Ambulanz läuft an

Das Zwickauer Heinrich-Braun-Klinikum hat eine Anlaufstelle eingerichtet. Es kann sich aber nicht jeder testen lassen.

Zwickau.

Die neue Corona-Ambulanz auf dem Gelände des Zwickauer Heinrich-Braun-Klinikums (HBK) hat am Dienstag die Arbeit aufgenommen. Nach Angaben von Klinikumssprecherin Cathleen Schubert sind die ersten Stunden geordnet verlaufen. In einem am Montag aufgebauten Zelt an der alten Rettungsstelle beim Eingang nahe der Steinpleiser Straße meldeten bis zum Nachmittag rund 70 Patienten, um sich testen zu lassen. Schubert zufolge werde man dort am ersten Tag sicher 100 Personen gezählt haben.

Bei der überwiegenden Mehrzahl seien Abstriche genommen worden. Einige Patienten habe man aber auch unverrichteter Dinge zurück nach Hause schicken müssen. Man halte sich an die offiziellen Vorgaben und teste nur in begründeten Verdachtsfällen, sagt Schubert. Das bedeutet, dass nur Personen auf Corona getestet werden, die Symptome aufweisen sowie entweder in einem anerkannten Risikogebiet waren oder Kontakt zu einer nachweislich infizierten Person hatten. Wer keinRisikogebiet besucht und auch keinen Kontakt zu nachweislich infizierten Personen hatte, werde nicht auf eine Infektion getestet. Schubert wollte sich nicht dazu äußern, wie viele Personen die Ambulanz abweisen musste, weil sich die Anzahl im Lauf des Tages verändern könne.

Die Anlaufstelle ist täglich 11 bis 17 Uhr geöffnet. Dort können Abstriche genommen werden, die anschließend im Labor untersucht werden. Nach 48 Stunden sollte das Ergebnis vorliegen, welches wiederum an das Gesundheitsamt übermittelt wird. Das Gesundheitsamt melde sich anschließend bei den Betroffenen. Die Ambulanz sei aber nicht die einzige Anlaufstelle, betont Schubert. "Nach wie vor ist der erste Ansprechpartner der Hausarzt. Wir haben nur ein Angebot geschaffen, um Patienten in unserer Notaufnahme von Corona-Verdachtsfällen zu trennen", sagt sie. Anders als in Chemnitz, wo in einer Anlaufstelle auf dem Messegelände Menschen aus dem Chemnitzer Umland wieder weggeschickt worden sind, ist Sprecherin Schubert nicht bekannt, dass am HBK Menschen wegen ihres Wohnorts weggeschickt worden wären.

Die Corona-Ambulanz ist in Abstimmung mit dem Rettungszweckverband Südwestsachsen sowie den regionalen niedergelassenen Ärzten der Kassenärztlichen Vereinigung eingerichtet worden.Unklar ist noch, ob die Stelle am Wochenende geöffnet sein wird.

Laut Gesundheitsamt waren am Dienstag 18 Personen bekannt, die am Corona-Virus erkrankt sind. Davon leben elf Personen in und in der Nähe von Bernsdorf. Zehn der elf positiv Getesteten sind Kontaktpersonen einer erkrankten Person. Es wird erwartet, dass in diesem Bereich weitere Fälle bekannt werden. Allerdings stehen die Testergebnisse noch aus. Bei den anderen Fällen handelt es sich um Rückkehrer aus Risikogebieten. Zwei der Infizierten befinden sich in stationärer Behandlung. Rund 150 Quarantänemaßnahmen wurden erlassen, davon 145 in und um Bernsdorf. Die Tendenz sei steigend, hieß es.


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