Das mitdenkende Haus: "Ubineum" in Zwickau eröffnet

In Zwickau ist eine Volksschwimmhalle zum Kompetenzzentrum für modernes Wohnen umgebaut worden. Am Freitag wurde es eingeweiht.

Zwickau.

Es war ein bisschen wie in einem Werbespot von Amazon: "Hallo Alexa, mach bitte das Licht an", und das Licht ging an. Der Betriebswirt Sebastian Wolf ließ dann Küchenschränke auf- und niederfahren, zeigte eine Badewanne mit Lift für hilfsbedürftige Personen und empfing in seiner Hosentasche einen Alarm, als sich jemand auf ein Bett im Nebenzimmer setzte. Wer so etwas nie gesehen hat, der durfte staunen - aber manche haben ein "Smart home" ja schon zu Hause. Wo diese Musterwohnung steht und ab sofort zu sehen ist, das könnte sie zu etwas Besonderem machen.

Nach einjähriger Umbauzeit ist am Freitag das "Ubineum" eröffnet worden, ein Kompetenzzentrum für Zukunftsfragen, in der früheren Zwickauer Volksschwimmhalle "Erlenbad" am Muldeufer. Einer der Initiatoren ist Tobias Teich, Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Westsächsischen Hochschule Zwickau. "Wir bringen drei Branchen mit der Wissenschaft unter ein gemeinsames Dach", erklärte Teich. Die Branchen sind die Gesundheits-, die Energie- und als verbindendes Element die Wohnungsbranche, verkörpert in den Projektpartnern: Alippi und den Johannitern, der Zwickauer Energieversorgung und der Wewobau. Privatkunden oder sonstige Interessenten können sich auf knapp 1200 Quadratmetern Fläche umfassend ins Bild setzen lassen. Ein Drittel der Fläche ist Büros vorbehalten, zwei Drittel sind Ausstellungsflächen.


Die 200-Quadratmeter-Musterwohnung illustriert vor allem die Digitalisierung der Wohnumgebung, von Teich ein "Megatrend" genannt. Sprachsteuerung, verschiebbare Möbel, programmiertes Wärme- und Strommanagement - alles inbegriffen. Teich erinnerte am Freitag an das Mooresche Gesetz, wonach sich die Komplexität integrierter Schaltkreise alle ein bis zwei Jahre verdoppelt. Eine Entwicklung, die älteren oder körperlich versehrten Menschen ein längeres Leben in Unabhängigkeit sichern kann, mit technischer Hilfe. Im "Ubineum" will man diesen Fragen nachspüren.

Die einstige Schwimmhalle, ein DDR-typischer Stahlträgerbau des Typs "Anklam" von 1971, ist äußerlich noch zu erahnen, zumal die Fassade erst im Mai fertig wird. Im umgebauten Schwimmbecken liegen jetzt ein Konferenzraum mit 100 Plätzen und Sozialräumen. Die alte Wasseraufbereitung beherbergt die moderne und natürlich "smarte" Energieversorgung des Hauses. Es wurden insgesamt rund 3,1 Millionen Euro in den Umbau investiert.

www.ubineum.net

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