Das Warten auf die grüne Welle

Zwar ist für die Umstellung von elf Ampeln Geld da. Doch die Planungen nehmen viel Zeit in Anspruch.

Zwickau.

Ohne überflüssiges Anhalten an roten Ampeln auf dem äußeren Zwickauer Stadtring unterwegs sein und dadurch gleichzeitig Kraftstoff sparen und die eigenen Emissionen senken - darauf müssen die Autofahrer noch mehr als ein Jahr warten. Bis Anfang Januar 2021 soll es nunmehr dauern, bis alle elf Lichtsignalanlagen in dem Gebiet von einem zentralen Rechner aus gesteuert werden können. Das teilte das Tiefbauamt der Zwickauer Stadtverwaltung auf Anfrage der "Freien Presse" mit.

Dass die Umsetzung so viel Zeit verschlingen würde, davon war im Mai, als der Bau- und Verkehrsausschuss des Stadtrates das Vorhaben beschloss und den Auftrag für die Planungen vergab, nicht die Rede. Immerhin liegt seit Mitte Dezember 2018 der Fördermittelbescheid der Sächsischen Aufbaubank vor. 80Prozent der Kosten werden von der Europäischen Union übernommen. Zum Geld lieferte die EU auch eine Frist. Bis zum 31. März 2021 muss der Verkehr zügig rollen. Trotzdem: "Die Arbeiten liegen im Zeitplan", erklärte Heike Reinke von der Pressestelle des Rathauses und verwies auf die umfangreichen Vorarbeiten, die nötig sind, bevor alle Ampeln zwischen Bergmann- und Osterweihstraße sowie die Anlagen Dr.-Friedrichs-Ring/Am Schwanenteich/Lothar-Streit-Straße, Reichenbacher Straße/Bachstraße und Werdauer Straße/Kopernikusstraße miteinander kommunizieren können. Tun sie das dann wie erhofft, gehören starre Takte ebenso der Vergangenheit an wie Grünphasen, in denen kein Auto fährt, und Rotlicht mit einer langen Schlange an wartenden Fahrzeugen. Der Rechner erkennt die jeweilige Verkehrssituation und steuert die Ampeln entsprechend.

Jetzt merkt der Autofahrer davon noch nichts. Seit Mai wird geplant, wie Heike Reinke mitteilte. Für 228.600 Euro wurde der Auftrag an ein Berliner Ingenieurbüro vergeben, das unter anderem auch für die Steuerung der Ampeln entlang der Stauffenbergallee in Dresden verantwortlich ist. Derzeit werde geprüft, ob die vorhandenen Steuergeräte weiter verwendet werden können oder wegen ihres Alters und den nicht mehr erfüllbaren Anforderungen ausgetauscht werden müssen. Im August wurden zudem an sechs Kreuzungen Verkehrszählungen vorgenommen. Mit diesen Zahlen und den ermittelten Grundlagen der aktuellen Steuerungen wird eine Ist-Analyse erstellt. "Der bestehende Verkehrsablauf im Gebiet wird bewertet, und Schwachstellen, Mängel und Probleme an den Ampeln werden benannt", sagte Heike Reinke. Erst dann könne die Software samt Programmierung entwickelt werden. Sollte sich der Rechner bewähren, wollte der Leiter des Tiefbauamtes, Thomas Pühn, nicht ausschließen, dass weitere Kreuzungen einbezogen werden.

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