Der Friedhof ist mehr als ein Ort der Trauer

Kinder malen Blumen auf einen Sarg, andere beobachten Bienen - dass der Hauptfriedhof auch ein Ort für Leben, Lachen und Freude ist, wurde am Samstag gezeigt.

Zwickau.

In Mexiko wird zum Tag der Toten gemeinsam musiziert, gegessen und dabei über die Verstorbenen gesprochen. Es steht nicht die Trauer im Vordergrund, sondern die Geselligkeit und das Gedenken derer, die die Familien einst verloren haben. Über diesen Umgang mit dem Tod informiert eine kleine Ausstellung im Krematorium auf dem Zwickauer Hauptfriedhof. Dort fand am Samstag der Tag des Friedhofs statt, der unter dem Motto "Leben, Lachen, Freude" stand.

So bunt und fröhlich wie in Mexiko geht es hierzulande auf den Friedhöfen nicht zu. Aber vielfältige Angebote zeigten am Samstag, dass der Hauptfriedhof mehr ist als ein Ort der Trauer. Die Bienenstöcke bringen beispielsweise Leben auf das Areal. "Mit der Schauwabe sind sie vor allem für Kinder ein Anziehungspunkt", sagte Friedhofsmeister Alexander Parthy während eines Rundgangs, der trotz der tropischen Hitze gut angenommen wurde. Parthy berichtete, dass noch ein großes Insektenhotel auf dem Friedhof aufgebaut werden soll. Er animierte die Besucher, ihre Kinder und Enkel mit auf den Friedhof zu nehmen. "Friedhof ist nichts Schlimmes. Der Tod gehört zum Leben", unterstrich er und zeigte, was es alles auf dem mehr als 14 Hektar großen Areal in Zwickau zu entdecken gibt.


Brigitte Höfer war mit Tochter Janine und Enkelin Lena im Kinderwagen zur Führung gekommen. "Es ist immer interessant, einmal ein wenig hinter die Kulissen zu schauen", sagt die Zwickauerin. Das konnten die Besucher beispielsweise auch bei einer Führung im Krematorium. Im Eingangsbereich stellten sich derweil Gärtner, Steinmetze und Bestattungsinstitute mit ihren Angeboten vor. Mitarbeiter des Friedhofsamtes bastelten mit Kindern Nistkästen und Insektenhotels sowie Saatkugeln. Nebenan am Stand der Bestattungsdienste Zwickau malten Mädchen und Jungen mit bunten Farben ein Herz, Blumen und einen Marienkäfer auf einen Sarg. "Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, von einem geliebten Menschen Abschied zu nehmen. Den Sarg anzumalen, ist ebenfalls eine", sagte Evelyn Hunsmann vom Bestattungsdienst. Sie berichtete, dass dieses Angebot beispielsweise Eltern nutzen, die ihr Kind verloren haben. Aber auch Kinder, die Geschwister oder einen anderen geliebten Menschen verloren haben, könnten so den Tod vielleicht ein Stück verarbeiten.

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