Der Schlittenflüsterer hat erst spät zum Rennrodeln gefunden

Ehrensache! Engagiert in Westsachsen. Heute: Dany Reinhold, Bahnleiter im Rodelpark des ESV Lok Zwickau, Regionaltrainer und Vorstandsmitglied der Kreissportjugend.

Zwickau.

Ohne seine 13 Jahre jüngere Schwester wäre er wahrscheinlich nie beim Rennrodeln gelandet. Romy Reinhold, eine erfolgreiche Rennrodlerin, forderte ihren Bruder probehalber mal auf der Bahn in Altenberg heraus, und seitdem hat ihn die Leidenschaft für den Schlittensport gepackt. "Mit 25 fängt man eigentlich nicht mehr an mit Rodeln, aber es hat mich einfach fasziniert", erinnert sich Dany Reinhold, der fortan nicht nur selbst bei Breitensportwettkämpfen startete. "Nebenbei habe ich mir Wissen angeeignet - Schienen schleifen und Einstellungen am Schlitten verändern."

Der 44-Jährige stammt aus Steinpleis, seinem Großvater gehörte die Hartpappenfabrik. Als er sechs Jahre alt war, sind seine Eltern nach Karl-Marx-Stadt gezogen. Bei Lok Chemnitz wurde der gelernte Offsetdrucker Mechaniker, erwarb die Übungsleiterbefähigung und bewährte sich als Leiter einer Kindergruppe. 2010 wechselte er zum ESV Lok Zwickau. "Weil ich da mehr Potenzial gesehen habe, den Nachwuchs weiter voranzubringen", sagt Dany Reinhold. Im November 2011 trat er als hauptamtlicher Regionaltrainer die Nachfolge von Anke Blechschmidt an. Er hat sich weiterqualifiziert. Heute verfügt er über die Trainer-B-Lizenz. Seine Aufgaben sind breit gefächert. "Ich habe im Verein die sportliche Leitung der Abteilung Rennrodeln - ich mache die Trainingspläne, leite die Übungsleiter an. Als Regionaltrainer bin ich Bindeglied zwischen dem Landesfachverband und den Vereinen in Lichtenstein, Chemnitz und Zwickau." Im Landesverband ist er für Kaderlehrgänge, Auswahlaufgaben und die Vorbereitung der D/C-Jugend auf nationale Meisterschaften verantwortlich.


Im Rodelpark gönnt er sich kaum eine Pause. "Neben seiner Arbeit als Regionaltrainer engagiert er sich ehrenamtlich in unserem Verein mit vielerlei Tätigkeiten, die nicht zu seiner eigentlichen Arbeit gehören", lobt Abteilungsleiter André Hederer. Dazu gehören die Organisation von Schnupper- und Gästerodeln, Rodelnachmittage für Menschen für Behinderungen sowie die Präsentation der Abteilung bei Veranstaltungen der Stadt wie Zwikkifax, Stadtfest, Drachenboot- und Badewannenrennen. Hederer: "Dort sind wir hauptsächlich dank Danys Engagement vertreten."

Auch Arbeiten an der Rodelbahn gehören zu den Tätigkeiten, die Dany Reinhold teilweise ehrenamtlich ausführt, weil das zeitlich im Rahmen seiner Tätigkeit gar nicht möglich ist. "Insbesondere bei der Planung des Rodelbahnumbaus und der dazugehörigen Abstimmungen mit den ausführenden Firmen hat er sich in den letzten Wochen stark eingebracht", meint der Abteilungsleiter anerkennend.

Als Mechaniker kümmert sich Dany Reinhold um die Instandhaltung der Sommergeräte auf der Bahn und die Vorbereitung der Winterschlitten. Das ist eine verantwortungsvolle Aufgabe. "Jeder Millimeter, den du falsch einstellst, wirkt sich sofort auf die Fahr- und Lenkeigenschaften aus", betont der 44-Jährige, der früher selbst Schlitten entwickelt hat. "Hans Rinn hat mir viel beigebracht", verrät Reinhold. Eine Zeit lang hat er versucht, auch eine Sektion Skeleton aufzubauen. "Aber man braucht ein spezielles Schienensystem, um das Anschieben zu trainieren: Dafür wäre der Aufwand zu groß gewesen." Der Versuch wurde nach zwei Jahren eingestellt.

"Dany ist allseits geschätzt aufgrund seiner umfangreichen Fachkenntnisse", betont Abteilungsleiter André Hederer. "Er ist ein angesehener Ansprechpartner für die Sportler, deren Eltern und nicht zuletzt in der Stadt Zwickau." Obendrein engagiert er sich im Vorstand der Kreissportjugend. Dany Reinhold macht das gern. "Man arbeitet zwar elf, zwölf Stunden am Tag, aber ich möchte nicht tauschen", gesteht der Bahnleiter und Regionaltrainer. "Ich kann mir die Arbeit einteilen, und bin mein eigener Chef. Ich habe meine Berufung gefunden."


Tausenfüßler und Schalen

Der Abteilung Rennrodeln des ESV Lok Zwickau gehören 65 Mitglieder an. Davon sind derzeit 42 Aktive, drei davon besuchen die Sportschule in Oberwiesenthal (Pascal Kunze, Isabel Richter, Melina Fischer). Hinzu kommt der Bundeskader Chris Eißler.

Über 75 Schlitten verfügt der Verein.

50 davon sind ältere Tausendfüßler-Modelle - je 25 Trainings- und Wettkampfschlitten. Inzwischen hat der Verein 20 neue Schalenschlitten angeschafft. Das war nicht billig. Das Grundmodell kostet 1000 Euro. "Wir kaufen unser Schlittenmaterial in Lettland - das ist der erste Adressat für Vereine, der Standardschlitten zu einem vernünftigen Preis anbietet", erklärt Dany Reinhold. An den Schlitten werden noch Sommerlaufschienen aus Zella-Mehlis angebracht.

Da kostet der Satz 399 Euro.

Der Marktführer für hochwertige, professionelle Schlitten im Kinder-

und Jugendbereich ist Fiberglass SIA. Die Firma befindet sich im lettischen Carnikava Rigas, rund 25 Kilometer nördlich von Riga. Das Unternehmen exportiert seine Schlitten in 20 Länder. Auch der Internationale Rennrodelverband bezieht im Rahmen seines Entwicklungsprogramms seit Jahren Schlitten von dort. Durch die Anwendung neuester Produktionstechniken und Verbesserungen bei der Formenherstellung können bei den modernen Schlitten Kufen und Schalen in Bezug auf Größe und Symmetrie noch genauer gearbeitet werden.


Ohne seine 13 Jahre jüngere Schwester wäre er wahrscheinlich nie beim Rennrodeln gelandet. Romy Reinhold, eine erfolgreiche Rennrodlerin, forderte ihren Bruder probehalber mal auf der Bahn in Altenberg heraus, und seitdem hat ihn die Leidenschaft für den Schlittensport gepackt. "Mit 25 fängt man eigentlich nicht mehr an mit Rodeln, aber es hat mich einfach fasziniert", erinnert sich Dany Reinhold, der fortan nicht nur selbst bei Breitensportwettkämpfen startete. "Nebenbei habe ich mir Wissen angeeignet - Schienen schleifen und Einstellungen am Schlitten verändern."

Der 44-Jährige stammt aus Steinpleis, seinem Großvater gehörte die Hartpappenfabrik. Als er sechs Jahre alt war, sind seine Eltern nach Karl-Marx-Stadt gezogen. Bei Lok Chemnitz wurde der gelernte Offsetdrucker Mechaniker, erwarb die Übungsleiterbefähigung und bewährte sich als Leiter einer Kindergruppe. 2010 wechselte er zum ESV Lok Zwickau. "Weil ich da mehr Potenzial gesehen habe, den Nachwuchs weiter voranzubringen", sagt Dany Reinhold. Im November 2011 trat er als hauptamtlicher Regionaltrainer die Nachfolge von Anke Blechschmidt an. Er hat sich weiterqualifiziert. Heute verfügt er über die Trainer-B-Lizenz. Seine Aufgaben sind breit gefächert. "Ich habe im Verein die sportliche Leitung der Abteilung Rennrodeln - ich mache die Trainingspläne, leite die Übungsleiter an. Als Regionaltrainer bin ich Bindeglied zwischen dem Landesfachverband und den Vereinen in Lichtenstein, Chemnitz und Zwickau." Im Landesverband ist er für Kaderlehrgänge, Auswahlaufgaben und die Vorbereitung der D/C-Jugend auf nationale Meisterschaften verantwortlich.

Im Rodelpark gönnt er sich kaum eine Pause. "Neben seiner Arbeit als Regionaltrainer engagiert er sich ehrenamtlich in unserem Verein mit vielerlei Tätigkeiten, die nicht zu seiner eigentlichen Arbeit gehören", lobt Abteilungsleiter André Hederer. Dazu gehören die Organisation von Schnupper- und Gästerodeln, Rodelnachmittage für Menschen für Behinderungen sowie die Präsentation der Abteilung bei Veranstaltungen der Stadt wie Zwikkifax, Stadtfest, Drachenboot- und Badewannenrennen. Hederer: "Dort sind wir hauptsächlich dank Danys Engagement vertreten."

Auch Arbeiten an der Rodelbahn gehören zu den Tätigkeiten, die Dany Reinhold teilweise ehrenamtlich ausführt, weil das zeitlich im Rahmen seiner Tätigkeit gar nicht möglich ist. "Insbesondere bei der Planung des Rodelbahnumbaus und der dazugehörigen Abstimmungen mit den ausführenden Firmen hat er sich in den letzten Wochen stark eingebracht", meint der Abteilungsleiter anerkennend.

Als Mechaniker kümmert sich Dany Reinhold um die Instandhaltung der Sommergeräte auf der Bahn und die Vorbereitung der Winterschlitten. Das ist eine verantwortungsvolle Aufgabe. "Jeder Millimeter, den du falsch einstellst, wirkt sich sofort auf die Fahr- und Lenkeigenschaften aus", betont der 44-Jährige, der früher selbst Schlitten entwickelt hat. "Hans Rinn hat mir viel beigebracht", verrät Reinhold. Eine Zeit lang hat er versucht, auch eine Sektion Skeleton aufzubauen. "Aber man braucht ein spezielles Schienensystem, um das Anschieben zu trainieren: Dafür wäre der Aufwand zu groß gewesen." Der Versuch wurde nach zwei Jahren eingestellt.

"Dany ist allseits geschätzt aufgrund seiner umfangreichen Fachkenntnisse", betont Abteilungsleiter André Hederer. "Er ist ein angesehener Ansprechpartner für die Sportler, deren Eltern und nicht zuletzt in der Stadt Zwickau." Obendrein engagiert er sich im Vorstand der Kreissportjugend. Dany Reinhold macht das gern. "Man arbeitet zwar elf, zwölf Stunden am Tag, aber ich möchte nicht tauschen", gesteht der Bahnleiter und Regionaltrainer. "Ich kann mir die Arbeit einteilen, und bin mein eigener Chef. Ich habe meine Berufung gefunden."


Tausenfüßler und Schalen

Der Abteilung Rennrodeln des ESV Lok Zwickau gehören 65 Mitglieder an. Davon sind derzeit 42 Aktive, drei davon besuchen die Sportschule in Oberwiesenthal (Pascal Kunze, Isabel Richter, Melina Fischer). Hinzu kommt der Bundeskader Chris Eißler.

Über 75 Schlitten verfügt der Verein.

50 davon sind ältere Tausendfüßler-Modelle - je 25 Trainings- und Wettkampfschlitten. Inzwischen hat der Verein 20 neue Schalenschlitten angeschafft. Das war nicht billig. Das Grundmodell kostet 1000 Euro. "Wir kaufen unser Schlittenmaterial in Lettland - das ist der erste Adressat für Vereine, der Standardschlitten zu einem vernünftigen Preis anbietet", erklärt Dany Reinhold. An den Schlitten werden noch Sommerlaufschienen aus Zella-Mehlis angebracht.

Da kostet der Satz 399 Euro.

Der Marktführer für hochwertige, professionelle Schlitten im Kinder-

und Jugendbereich ist Fiberglass SIA. Die Firma befindet sich im lettischen Carnikava Rigas, rund 25 Kilometer nördlich von Riga. Das Unternehmen exportiert seine Schlitten in 20 Länder. Auch der Internationale Rennrodelverband bezieht im Rahmen seines Entwicklungsprogramms seit Jahren Schlitten von dort. Durch die Anwendung neuester Produktionstechniken und Verbesserungen bei der Formenherstellung können bei den modernen Schlitten Kufen und Schalen in Bezug auf Größe und Symmetrie noch genauer gearbeitet werden.

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