Die Nachwehen des Schnees

Vor allem Bäume fielen den nassen Massen zum Opfer. Für ignorante Autofahrer wurde es am Montag zwischen Reinsdorf und Zwickau teuer. Und am Abend sorgte Glätte für erneute Probleme.

Zwickau.

Sägen haben am Montag auf der Schachtstraße in Reinsdorf gekreischt. Die Verbindungsstraße zwischen den Ortsteilen Dorf und Wilhelmshöhe musste wegen umgefallener Bäume gesperrt werden. Insgesamt hatte es 32 Bäume, in der Mehrzahl Birken, erwischt, informierte Reinsdorfs Bürgermeister Steffen Ludwig (Freie Wähler). Spätestens Mittwoch soll die Straße wieder freigegeben werden, die kaputte Straßenlaterne repariert sein. "Ansonsten ist unsere Gemeinde glimpflich davongekommen", sagte Ludwig. An öffentlichen Gebäuden gab es durch die Schneemassen der vergangenen Woche keine nennenswerten Schäden.

Bis Montag waren alle umgestürzten Bäume im Hartensteiner Stadtgebiet beseitigt. Laut Hauptamtsleiter Karl-Heinz Schettler kümmerte sich der Bauhof nur noch darum, die Bushaltestellen und Parkplätze von den verbliebenen Schneebergen freizuräumen. Mit einem blauen Auge ist auch Wildenfels davongekommen. "Auf Nebenstraßen sind vereinzelt Bäume umgestürzt. Größere Schäden sind derzeit nicht bekannt", sagte Ordnungsamtsleiter Florian Lenk am Montag.

Jens Prager, Hauptamtsleiter von Kirchberg, konstatierte: "Wir sind weitgehend verschont geblieben." Bereits am Freitag wurde bekannt gegeben, dass Lauterhofener, Rottmannsdorfer und Thälmannstraße bis Freitag gesperrt bleiben, vorerst zudem die Straße zwischen Bärenwalde und Rothenkirchen. Prager: "Dort besteht Gefahr, dass Äste abbrechen." In Hirschfeld musste wegen umgeknickter Bäume die Straße nach Rottmannsdorf gesperrt werden. "Und vorsichtshalber haben wir auch zwei Tage den Tierpark zugelassen", sagte Bürgermeister Rainer Pampel (parteilos).

Hartmannsdorfs Bürgermeisterin Kerstin Nicolaus (CDU) sprach ebenfalls von Glück. "Wir mussten vorübergehend mal den Amselgrund sperren, weil der Schnee Äste bis auf die Straße gedrückt hatte. Seit Montag ist er aber wieder frei." Mülsens Bürgermeister Hendric Freund (parteilos) gab die gesperrten Turnhallen am Montag wieder frei. Er bedauerte, dass das lange geplante Fußballturnier des SV Blau-Gelb Mülsen ausfallen musste. Aber mit einem Feuerwehreinsatz zur Dachberäumung wie in Kirchberg wäre es in Mülsen nicht getan gewesen. "Unsere Halle hat ein Satteldach, ist zudem mit Blech gedeckt, und es gibt keine Möglichkeiten, Arbeiter dort oben zu sichern", sagte Freund und fügte hinzu, jetzt alle Hallen auf ihre Statik hin untersuchen zu lassen, um genau abschätzen zu können, welche Schneelasten unbedenklich sind. Bis Dienstag waren noch Aufräumarbeiten an der Schneppendorfer Straße geplant. Dort hingen Äste teils bis zur Erde herab. Freund zufolge gab es insgesamt fünf Feuerwehreinsätze wegen Schneebruchs. Erfreulich für ihn: "Auf Straßen in unserer Zuständigkeit ist kein Bus hängen geblieben." Da die Neuschönburger Straße vom Landkreis freigegeben wurde, schiebe die Gemeinde ab sofort keinen Winterdienst mehr auf der Umleitung am Oelsnitzer Steig/Linde.

Aktuell liegen der unteren Forstbehörde des Landkreises Meldungen von zwei Waldeigentümern zur Sperrung ihres Waldes aufgrund der starken Schneefälle vor, informierte Ilona Schilk, Sprecherin des Landratsamtes. Dabei handelt es sich um die Naturerbefläche Hartmannsdorfer Forst und den Kirchberger Kommunalwald. Besonders betroffen sind Gebiete ab einer Höhe von etwa 400 Metern. Momentan ist unbekannt, wann die Wälder wieder freigegeben werden. Allerdings wird eingeschätzt, dass Tauwetter und Regen über das Wochenende eine gewisse Entspannung der Lage bewirkt haben. "Es gilt weiterhin, die Waldgebiete aus Sicherheitsgründen zu meiden", so Schilk.

Auch in der Stadt Zwickau wurden alle gesperrten Turnhallen am Montagmorgen wieder freigegeben, informierte Stadtsprecher Mathias Merz. Die wegen Schneebruchs verhängte Vollsperrung der Reinsdorfer Straße soll aller Voraussicht nach am heutigen Dienstag wieder auf- gehoben werden. Montagmorgen mussten allerdings mehrere Autofahrer dafür büßen, dass sie die Sperrscheibe dort ignorierten. Nach Polizeiangaben kam es zu zwei Unfällen. Eine 47-jährige VW-Fahrerin kollidierte etwa 100Meter nach dem Ortsausgang Reinsdorf mit einem auf der Fahrbahn liegenden Baum. Schaden: 5000 Euro. Kurz darauf passierte das Gleiche einem 29-jährigen Skodafahrer. Schaden in diesem Fall: rund 10.000 Euro. Vier weiteren Fahrzeugführern brummte die Polizei ein Verwarngeld auf, weil sie die Vollsperrscheibe ebenfalls missachtet hatten.

In den späteren Nachmittags- und in den Abendstunden führten am Montag glatte Straßen zu Behinderungen und Unfällen in und um Zwickau. So war auf der Jüdenhainer Straße in Schneppendorf nahe der Bundesstraße 93 kurz nach 17Uhr der Fahrer eines Renault Clio mit seinem Fahrzeug von der Fahrbahn abgekommen, wobei sich das Auto in der Folge überschlug und eine Person verletzt wurde, sagte Christian Schünemann von der Polizeidirektion Zwickau. Der Sachschaden wird mit 8000 Euro angegeben. Auch in Richtung Mülsen kam es aufgrund der Glätte immer wieder zu Behinderungen. So musste beispielsweise die Gewerbestraße zwischen Schneppendorf und Mülsen vorübergehend gesperrt werden. Im Mülsener Ortsteil Thurm kam es gegen 18 Uhr zu einem Unfall mit zwei beteiligten Fahrzeugen. Personen wurden aber nicht verletzt, sagte Schünemann. "Es ist Winter", sagte ein Polizeisprecher bei erneuter Nachfrage kurz nach 20.30 Uhr. Die Straßen seien glatt, aber man komme durch. (mit ja)

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