Die Zukunft der Sicherheit

Die Polizei ist auf Nachwuchssuche. Die diesjährigen Anwärter aus ganz Sachsen wurden am Freitag feierlich vereidigt.

Zwickau.

Weiße Hemden laufen hintereinander in die Zwickauer Stadthalle ein. An der Decke über ihnen hängen die Flaggen von Europa, Deutschland und Sachsen. Begleitet vom Polizeiorchester Sachsen lassen sich die Polizeianwärter nach und nach auf den 697 Plätzen nieder.

Die sächsischen Nachwuchspolizisten sind am Freitag in der Muldestadt feierlich vereidigt worden. Sie kommen aus den den Direktionen Schneeberg, Chemnitz, Leipzig und Rothenburg. Es werden wieder mehr. 2014 wurden nur 314 Anwärter ausgebildet, seitdem ist die Anzahl aber kontinuierlich erhöht worden. In diesem Jahr liegt sie bei knapp 700.

Aufgereiht wie im Science-Fiction Film hören die angehenden Beamten erst einer Rede von Zwickaus Oberbürgermeisterin Pia Findeiß (SPD) und später von Innenminister Roland Wöller (CDU) zu. Dazwischen spielt das Orchester die Titelmusik von "Star Wars". Wöller redet über die neuen technischen Herausforderungen für die Polizei, über Body-Cams und Messenger, damit das eigene Smartphone als Info-Zentrale dienen kann. "Stillstand ist Rückschritt", sagt der Minister.

Später spricht Landespolizeipräsident Horst Kretzschmar die Eidformel vor. Die Anwärter heben die rechte Hand zum Schwur auf das Grundgesetz und sprechen ihm nach, bevor alle die Nationalhymne mitsingen. Erst nach eineinhalb Stunden ist das Prozedere beendet.

Robert Richter (33) aus Dessau und Clemens Walich (16) aus Königsbrück gehören zu den Anwärtern, die in der Stadthalle feierlich vereidigt wurden. Dabei ist die Polizei für Richter nicht der erste Schritt ins Berufsleben. Der 33-Jährige hat bereits 13 Jahre als Offizier bei der Bundeswehr gedient. "Um näher bei meiner Familie zu sein, habe ich mich jetzt für einen lokalen Beruf entschieden", sagt Richter. Mit der Polizei habe er sich schon immer identifizieren können. "Meine Zukunft sehe ich bei der Kriminalpolizei, später dann als Kommissar."

Für den 16-jährigen Walich ist es der Start ins berufliche Leben. Direkt nach seinem Realschulabschluss beginnt er bald die Ausbildung zum Polizisten im Mittleren Dienst. "Schon in der siebten Klasse war ich mir sicher, dass ich mal zur Polizei möchte", sagt er. "Da hatte ich ein Praktikum und das hat mich von meinem Berufswunsch überzeugt. Die Arbeit mit Menschen macht mir Spaß. Ein Bürojob wäre nichts für mich", sagt Walich.

Seine Zukunft nach der zweieinhalbjährigen Ausbildung sieht er bei der Verkehrspolizei, speziell auf der Autobahn. Dass Beamte zuletzt häufiger von Passanten angegangen wurden und über Autoritätsverlust klagen, schreckt ihn nicht sonderlich ab. "Laut einer Umfrage setzen 80 Prozent der Bevölkerung Vertrauen in die Polizei", sagt Walich.

Der Freistaat will in den kommenden Jahren die Anzahl der Polizisten um 1000 erhöhen. Zurzeit gibt es nach Ministeriumsangaben 11.300 Vollzugsbeamte.

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