Ein Floriansdorf soll entstehen

Der Verein, der das Freizeitzentrum am Filzteich betreibt, plant ein 600.000-Euro-Projekt, das Kinder schlau machen soll.

Hartmannsdorf.

Ein Floriansdorf soll auf dem Gelände des Kinder- und Jugenderholungszentrums am Filzteich (Kiez) entstehen. Freudig teilte Hartmannsdorfs Bürgermeisterin Kerstin Nicolaus (CDU) mit, dass jetzt die Baugenehmigung des Landkreises Zwickau dafür vorliegt. Laut Kiez-Geschäftsführer Frank Löffler fehlt allerdings noch die des Erzgebirgskreises. "Wir rechnen aber jeden Tag damit", sagte Löffler am Mittwoch. Das geplante Flo- riansdorf liegt nur zu zwei Dritteln auf Hartmannsdorfer Flur, ein Drittel gehört zu Schneeberg.

Löffler zufolge hatte ein Mitglied der Bergwacht die Idee dazu 2016 an den Verein herangetragen. Es geht um neun kleine Themenhäuser mit jeweils einem Raum darin - Stationen, die Vor- und Grundschüler durchlaufen und sich so auf praktische Art dem Thema Brandschutz nähern. "Es gibt bereits drei solcher Dörfer in Deutschland, wir wären das vierte", erklärte Löffler und gestand, dass er mittlerweile auch Feuer und Flamme für dieses Angebot ist. Das Gesamtprojekt wird sich über ein Gelände erstrecken, das etwa halb so groß wie ein Fußballfeld ist.

In der ersten Bauphase soll ein Feuermuseum entstehen, dass die guten und schlechten Seiten oder auch die Herkunft von Feuer erklärt. In einem "Haus der Gefahren" können sich die Kinder mit Tücken im Haushalt vertraut machen: eine Bratpfanne mit Henkel nach vorn, eine offene Blechbüchse, eine verschmorte Steckdose. Das dritte Haus wird eine Feuerwache, in der die Kinder sehen können, wer am anderen Ende der Leitung sitzt, wenn sie die Rufnummer 112 wählen.

Perspektivisch soll es in den nächsten Jahren eine Erweiterung auf bis zu neun Hütten geben. Löffler zufolge reicht die sogar bis in die Außenanlagen, wo die Kinder mit Giftpflanzen vertraut gemacht werden und Gefahren, die an Baustellen lauern.

Die Konzeption des Vereins geht von Ein- oder Drei-Tage-Programmen aus. Die Inhalte sind abgestimmt mit den Kreisbrandmeistern, zudem gebe es seit Jahren Kontakte mit den Feuerwehren der Region. Erste Reaktionen von Lehrern habe man bereits eingeholt. "Es gab bisher nur positive Rückmeldungen", so Löffler.

Rund 600.000 Euro wird dieses Floriansdorf kosten. Fördermittel vom Kommunalen Sozialverband sind bereits zugesagt. Zudem hofft der Verein auf Geld aus dem Leader-Programm für ländliche Entwicklung. Für die Ausstattung sucht der Verein noch Sponsoren.

Das Kiez am Filzteich ist als ganzjährige Gruppenunterkunft eine der größten Anlagen seiner Art in der Region - direkt an der ältesten Talsperre Sachsens gelegen, unweit der Bergstadt Schneeberg. Im Juni 2017 wurde der einmillionste Gast begrüßt. Es bietet Platz für 293 Personen in acht festen Häusern, auf Wunsch mit Voll- oder Halbpension. Die Anlage ist insgesamt neun Hektar groß. Sie wird gern genutzt für Klassenfahrten, Trainingslager für Gruppen und Vereine, für Lehrgänge, Seminare und Workshops von Firmen. Im Gelände gibt es zahlreiche Möglichkeiten, sich zu betätigen: Es gibt Kunstrasensportplatz, Beachvolleyballplätze, Streetball-anlage, Bolzwiese, Badestrand, Naturlehrpfad, Lagerfeuerplatz direkt am See, Kegelbahn, Tischtennisplatte und Spielplatz.

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