Ein Sprungbrett zur Weltspitze

Der Preis zielt auf die Förderung zeitgenössischer, noch nicht etablierter Kunst ab. Im Jahr 2019 wird der Kunstpreis der Stadt Zwickau zum neunten Mal ausgelobt.

Zwickau.

Seit fünf Jahren betreibt die Stadt Zwickau für ihren berühmten Expressionisten Max Pechstein (1881-1955) in den Kunstsammlungen Zwickau ein eigenes Museum. Aber nicht nur ein eigener Ausstellungsbereich ist dem namhaften Künstler gewidmet, sondern auch der nach ihm benannte Kunstpreis. Der Förderpreis, der in diesem Jahr zum neunten Mal vergeben wird, ist mit einer Summe von 5000 Euro dotiert. Zusätzlich wird ein Stipendium von 3000 Euro an einen zweiten Kandidaten ausgelobt.

Viele der früheren Förderpreisträger und Kandidaten haben sich heute im internationalen Kunstgeschehen etabliert. Yana Milev, 1995 als erste Preisträgerin ausgezeichnet, war später, wie auch der Preisträger von 1997, Adam Page, Teilnehmer der renommierten Documenta X in Kassel. 2002 waren zwei in Zwickau für den 1999er Preis nominierte Künstler auf der Documenta 11 vertreten: der Däne Jens Haaning und der Berliner Manfred Pernice. Zwickau bewies also bereits früh Mut, Künstler auszustellen, die nur wenige Jahre später mit der Documenta-Teilnahme zur Spitze der internationale Weltkunst zählen.


Bereits 1947 plädierte Max Pechstein dafür, Künstler am Anfang ihrer Laufbahn zu fördern, indem er dem ersten Zwickauer Kunstpreis seinen Namen gab. Dieser konnte bis 1962 vergeben werden. Erst nach der politischen Wende wurde an die ursprüngliche Intention angeknüpft. Seither hat sich der Max-Pechstein-Förderpreis im Wechsel mit dem Ehrenpreis immer mehr in der deutschen Kunstlandschaft etabliert und ist für die bisherigen Preisträger ein wichtiges Ereignis ihrer künstlerischen Karriere geworden. Zwickau setzt somit die von Pechstein begründete Tradition in seiner Geburtsstadt fort und bietet der jungen zeitgenössischen Kunst ein aktuelles Forum.

Von anerkannten, mit zeitgenössischer Kunst vertrauten Kuratoren wurden für den Preis fünf Künstler nominiert: Elsa Artmann und Samuel Duvoisin leben und arbeiten in Köln, Kasia Fudakowski lebt und arbeitet in Berlin, Annika Kahrs lebt und arbeitet in Hamburg und Berlin, Henrike Naumann, lebt und arbeitet in Berlin, Simon Pfeffel lebt und arbeitet in Pforzheim. Die Werke aller fünf nominierten Kandidaten werden in einer Ausstellung vom 1. September bis 27. Oktober 2019 in den Kunstsammlungen Zwickau Max-Pechstein-Museum präsentiert.

Die Jury, die in ihrer Sitzung am 27. August anhand der eingereichten Arbeiten den Förderpreisträger auswählt, besteht aus Roland Krischke, Direktor Lindenau Museum Altenburg, Julia Schäfer, Kuratorin, Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig, Silke Wagler, Leiterin Kunstfonds, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Pia Findeiß, Oberbürgermeisterin der Stadt Zwickau, Petra Lewey, Leiterin der Kunstsammlungen Max-Pechstein-Museum, Kulturamtsleiter Michael Löffler und Stadtrat Christian Siegel.

Informationen zum Förderpreis und zum Begleitprogramm im Internet unter

www.kunstsammlungen-zwickau.de


Preisverleihung erfolgtim Zweijahresrhythmus

Der Max-Pechstein-Preis der Stadt Zwickau wird als Preis für Malerei, Grafik und künstlerische Projekte vergeben. Die Verleihung erfolgt im Zweijahresrhythmus, zweimal hintereinander als Förderpreis für junge Künstler und Künstlerinnen bis 30 Jahre und einmal im jeweils sechsten Jahr als Ehrenpreis für das Gesamtwerk eines profilierten Künstlers der Gegenwart. Seit 2007 wird der Förderpreis mit einem zusätzlichen Stipendium ausgelobt. Die mit der Preisvergabe einhergehende Sonderausstellung im Max-Pechstein-Museum bietet Raum für die künstlerischen Positionen aller Nominierten.

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