Eine Wunschliste für die Altstadt

Um den Stadtkern zu erhalten und Missstände zu beseitigen, benötigt Zwickau Zuschüsse. Dafür jedoch braucht es einen Plan. Der wurde jetzt beschlossen.

Zwickau.

Der Stadtkern von Zwickau ist Segen und Fluch zugleich. Die historische Bausubstanz bedarf zu ihrer Erhaltung eines enormen Aufwandes. Gleichzeitig gibt es Missstände, die erst noch beseitigt werden müssen. Der Stadtentwicklungsausschuss des Stadtrates hat jetzt einstimmig eine Wunschliste für die nächsten fünf Jahre beschlossen - eine Voraussetzung, um an die benötigten Fördermittel zu kommen.

Für Zwickaus Altstadt gibt es seit Anfang der 1990er-Jahre unter wechselndem Namen Förderprogramme. Derzeit heißt der Topf "Städtebaulicher Denkmalschutz". Um daraus Mittel zu bekommen, muss ein Konzept her, das erklärt, was die Stadtplaner vorhaben. In Absprache mit der Sächsischen Aufbaubank wurde das förderfähige Gebiet darin auf mehr als 52Hektar erweitert, wie der Leiter des Stadtplanungsamtes, Jens Raußer, sagte.

Im Konzept haben er und seine Mitarbeiterin Ute Vorwerk so ziemlich alles erfasst, was es über das Fördergebiet zu sagen gibt. Angefangen von den Bäumen, von denen 72 unterschiedliche Arten in dem Bereich stehen, über das Ringgrün, alle Plätze, Radwege, Straßen und Springbrunnen bis hin zu den denkmalgeschützten Gebäuden. Hinter jedem Punkt steht eine Maßnahme, die das Stadtbild verbessern soll. "Der Bedarf ist wesentlich höher, als wir uns das leisten könnten", sagte Raußer. Rund 65Millionen Euro Investitionssumme sind zusammengekommen. Ein Betrag, der den Haushalt sprengen würde. Daher verteilen sich die Kosten auf mehrere Jahre. Je nach Priorität werden Vorhaben auch wieder zurückgestellt. "Das Konzept ist in keinem Fall als Dogma zu verstehen", sagte der Amtsleiter.

Allen voran profitiert das Gewandhaus von den Fördergeldern. Doch dabei wird es nicht bleiben. Auch der angrenzende Neuberinplatz soll neu gestaltet werden. Enthalten sind die Umgestaltung des Jerusalemer Platzes und die denkmalgerechte Sanierung des Platzes der Deutschen Einheit. Schon in diesem Jahr soll mit der Sanierung des Magazingebäudes hinter Schloss Osterstein begonnen werden. Auch Privatinvestoren profitieren: So erhält die Zwickauer Wohnungsgenossenschaft etwa 260.000 Euro aus dem Fördertopf. Für die Sanierung der "Löwen-Apotheke" am Hauptmarkt gibt es 50.000Euro Zuschuss für den Eigentümer.

Neu im Konzept enthalten sind Georgenplatz und Zentralhaltestelle, deren Zukunft von Entscheidungen im Nahverkehr abhängig ist. Der Georgenplatz soll gemeinsam mit Poetenweg, Bahnhofstraße und Werdauer Straße umgestaltet werden. Die bisherige Zentralhaltestelle könnte wieder zu dem werden, was sie einmal war: der Eingang zum Schwanenteichpark. Auch die Parkmöglichkeiten wurden untersucht. Das Ergebnis: Am Alten Steinweg könnte zwischen Oberer Gasse und Polizeirevier eine Parkgarage entstehen. Das Konzept beinhaltet auch sanierungsbedürftige Straßen und Gassen, darunter die Hauptstraße und die Peter-Breuer-Straße.

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