Einsatzkräfte holen Drachen aus Stromleitung

Herbstzeit ist Drachenflug-Zeit. Aber nicht überall ist das erlaubt. Und es kann auch gefährlich werden.

Zwickau/Steinpleis.

David Böttcher und Tino Volk, beide Mitarbeiter der Mitteldeutschen Netzgesellschaft Strom, haben am Montagnachmittag einen Drachen aus der 30-Kilovolt-Leitung nahe der Staatsstraße 291 zwischen Zwickau-Marienthal und Steinpleis entfernt. Dieser war am Wochenende in der Leitung hängen geblieben, sagte Unternehmenssprecherin Maxi Rudolph. Da es sich um einen Drachen mit Piratenmotiv handelte, gehen Bötchen und Volk davon aus, dass er einem Jungen gehört hat, der ihn beim Drachen steigen wohl versehentlich losgelassen hat.

Um ihn aus den Leitungen zu holen, musste zunächst die Stromversorgung gekappt werden, wovon aber keiner etwas mitbekommen haben dürfte. Tino Volk musste zunächst auf den Mast klettern und zur Sicherheit nochmals erden. Danach konnte David Böttcher, der mit einem Allradfahrzeug aufs Feld gefahren war, mit der Hebebühne nach oben fahren und den Drachen aus den Leitungen entfernen. Das Ganze hat eine knappe halbe Stunde gedauert.

Böttchen und Volk appellieren an Kinder, vor allem aber auch an die Eltern, dass Drachen nie in der Nähe von Stromleitungen aufsteigen sollten. Nicht mal in die Nähe sollte man kommen, sondern tatsächlich nur auf freiem Feld die bunten Drachen steigen lassen.

Das untermauert auch das Energieunternehmen und teilt in einer Pressemitteilung Folgendes mit: Die Herbstzeit ist da und damit auch die Drachenzeit. Sobald der Wind etwas stärker weht, lassen vor allem Kinder gern die bunten Flieger in den Himmel steigen. Doch das Vergnügen birgt auch Gefahren. Ist es nicht möglich, den Drachen an einem Ort steigen zu lassen, wo keine Stromleitungen in der Nähe sind, sollte ein Mindestabstand von 500 Metern zu den Leitungen eingehalten werden. Sowohl bei Freileitungen als auch bei Schaltanlagen ist Vorsicht geboten.

Die Drachenschnur sollte zudem nicht länger als 100 Meter sein, da ab dieser Höhe die Luftstraße für Flugzeuge beginnt. Bei böigem Wind oder Unwetter ist es besser, auf das Drachensteigen zu verzichten. Gerät ein Drachen in eine Stromleitung, besteht Verbrennungs- oder sogar Lebensgefahr. Schwerste, unter Umständen tödliche Verletzungen durch einen elektrischen Schlag können die Folge sein. Neben den gesundheitlichen Schäden kann es zu Störungen der Stromversorgung kommen. Das ist nicht nur für die Kunden ärgerlich, sondern auch mit kosten-, personal- und zeitaufwendigen Reparaturen für den Netzbetreiber verbunden.

Verfängt sich ein Drachen trotz aller Vorsicht in einer Stromleitung, sollte man die Schnur schnell loslassen. Auf keinen Fall sollte man selbst versuchen, den Drachen zu bergen, sondern unter der kostenfreien Telefonnummer 0800 2305070 fachmännische Hilfe anfordern. (mit rpk)

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