Fairplay-Turnier endet in Schlägerei

Fußballturnier gegen Diskriminierung und Gewalt wird abgebrochen, weil sich im Finale zwei Flüchtlingsteams prügelten.

Zwickau.

Eigentlich soll das alljährliche Straßenfußballturnier auf dem Zwickauer Hauptmarkt ein Zeichen gegen Diskriminierung und Gewalt setzen und stattdessen Werte wie Toleranz und Fairplay vermitteln. Allerdings kam es an diesem Wochenende anders. Das Finale musste wegen einer Schlägerei zwischen beiden beteiligten Flüchtlingsteams abgebrochen werden. Damit endete die siebte Auflage des vom Verein "Roter Baum" und "Marienthal United 08" organisierten "United Colours Streetsoccer-Cups" im Eklat.

Augenzeugen berichten, dass es zwischen den beiden Finalmannschaften -das eine Team bestand offenbar vorwiegend aus afrikanisch-, das andere aus arabischstämmigen Spielern - schon vor dem eigentlichen Finale zu einer hitzigen Kontroverse gekommen war. Demnach wollte eine Mannschaft einen zusätzlichen Spieler einsetzen, der bislang nicht teilgenommen hatte, die andere Mannschaft wollte das verhindern. Während des Spielverlaufs kam es dann zu besagter Prügelei. Angeblich war eine Beleidigung auf dem Spielfeld der Auslöser. Ein Teilnehmer soll sich abfällig über die Mutter eines gegnerischen Spielers geäußert haben.

Zuschauer beschreiben die Schlägerei als beängstigend. Der aus Oberplanitz stammende Bernd Riedel (68), der inzwischen in Berlin-Neukölln lebt und am Wochenende in seiner Heimatstadt zu Besuch war, sagt: "Ich erlebe ja in Neukölln täglich einiges an Auseinandersetzungen, aber so etwas wie am Samstag auf dem Zwickauer Hauptmarkt habe ich in meinem Leben noch nicht gesehen. Ich hatte Angst um Leib und Leben der Spieler." Diese hätten völlig ungehemmt und wild aufeinander eingeschlagen. "Da hätte Schlimmstes passieren können. Die Veranstalter hätten schneller dazwischen gehen müssen", sagt Riedel.

Laut Mit-Organisator René Hahn gab es keine Verletzten, dennoch könne man den Vorfall nicht hinnehmen. "Das ist nicht das Level, auf dem wir Fußball spielen wollen", sagt Hahn. Er kündigt an, den Vorfall zügig auswerten zu wollen. Erste Gespräche hätten schon stattgefunden, auch mit Teilnehmern der beteiligten Finalisten. "Es ist einfach so, dass die Teilnehmer aus dem Flüchtlingsbereich mit einem ganz anderen Temperament zur Sache gehen. Gewalt darf aber trotzdem keine stattfinden." Das werde man nun den Beteiligten in Gesprächen vermitteln. Die interne Auswertung werde zudem zeigen, ob man etwas Organisatorisches ändern wolle. Die Zukunft des Turniers steht Hahn zufolge aber nicht zur Debatte.

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