Für Fußgängerweg in Pöhlau sind drei Varianten nicht genug

Seit 2010 fordern die Pöhlauer einen Gehweg an der Pöhlauer Straße, verstärkt nach einem tödlichen Unfall. Lösungen gibt es reichlich, aber noch keine Vorzugsvariante.

Zwickau.

Eine Entscheidung, wie Fußgänger die Pöhlauer Straße in Zwickau künftig sicherer nutzen können, ist am Montag im Bauausschuss nicht gefallen. Das war auch nicht geplant. Vielmehr sollten die Räte über die drei Varianten, die die "Freie Presse" am 30. August vorgestellt hatte, beraten. Doch dabei blieb es nicht. Neue Vorschläge stehen seitdem im Raum.

Das Tiefbauamt sieht in der Sanierung samt einer Verbreiterung der Straße, der Sicherung der Böschung zum Pöhlauer Bach sowie die Verlegung des Fuß- und Radweges ins Tal des Baches die Lösung. Doch der Leiter des Tiefbauamtes Thomas Pühn befürchtet, dass der umgeleitete Gehweg schon aus Gewohnheit nicht genutzt werden könnte. Martin Böttger (Grüne) hält es durchaus für zumutbar, abseits der Straße durchs Tal zu laufen. Er sieht jedoch in dieser Variante den größten Eingriff in die Natur. Immerhin sei der Bach ein Biotop, das erhalten werden müsse. Er schlug vor, die Straße zur Einbahnstraße zu erklären und davon nur den Busverkehr mittels Ampel auszunehmen. Auch Günter Kretzschmar, beratendes Mitglied im Ausschuss, sieht die Lösung in der Verkehrsorganisation. "Ursache für die Probleme ist eine zu hohe Belastung der Straße", sagte er. Er könne sich vorstellen den Durchgangsverkehr umzuleiten. "So können wir geschätzt 50 Prozent der Baukosten sparen". Herbert Reischl (Die Linke) will die Straße verbreitern, dazu den Hang abtragen und mit Betonteilen sichern. Die Idee hatte das Tiefbauamt geprüft und verworfen, weil es das Problem mit der Böschung am Bach nicht löst. Deren Standsicherheit ist gefährdet. Sie rutscht ab und verursacht dabei Risse im Asphalt.


Der Verwaltung läuft inzwischen die Zeit davon. 2022 soll das Vorhaben fertig sein, was im Ausschuss mit dem Wort "sportlich" kommentiert wurde. Jetzt müssen die neuen Vorschläge geprüft werden. Erst, wenn eine Variante feststeht, kann das Planfeststellungsverfahren eingeleitet und die Verhandlungen mit den Grundstücksanliegern begonnen werden. Trotzdem könnte es eine kurzfristige Lösung geben. Für den Bau wird entlang des Baches eine Baustraße benötigt. Die könnte laut Thomas Pühn schon jetzt eingerichtet und von Fußgängern und Radfahrern genutzt werden.

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