Gewandhaus zeigt sich letztmals in altem Gewand

8000 Denkmale sind bundesweit am 11. September zu besichtigen, in Zwickau öffnen acht, darunter das Theater. Dessen Foyer überraschte jetzt sogar Denkmalschützer.

Zwickau.

Hauptobjekt der Stadt Zwickau beim diesjährigen Tag des offenen Denkmals, der bundesweit am 11. September begangen wird, ist das Gewandhaus. Zwickaus Denkmalschützerin Kornelia Weihbrecht zufolge haben Besucher an diesem Tag letztmals die Möglichkeit, das Haus im alten Zustand zu sehen.

Von 11 bis 17 Uhr gibt es Informationen zur anstehenden Sanierung und zu restauratorischen Befunden. Selbst für die örtlichen Denkmalschützer tauchten jetzt Überraschungen auf. "Im Eingangsbereich fand man ein seltenes Schlingrippengewölbe, das wohl als Vorbild für die Schlosskapelle in Dresden gelten dürfte", sagt Weihbrecht. Nach ihren Angaben ist das Haus eines der ältesten Gebäude der Frührenaissance in Deutschland, gebaut 1522 bis 1525. Wer mag, kann an Führungen in kleinen Gruppen teilnehmen, Kostüme und Theaterstühle kaufen.

Bundesweit sind an diesem Denkmaltag 8000 Häuser und Objekte angemeldet, in Zwickau laden acht ein. Wieder mit dabei ist die Villa Dautzenberg, vor zwei Jahren noch Baustelle, nun strahlt sie neu in alter Pracht. Das 1871 errichtete Gebäude in der Äußeren Schneeberger Straße 152 ist 10 bis 15 Uhr geöffnet. Mitarbeiter der Firma S&P Sahlmann führen durchs Haus, das von Gotthilf Ludwig Möckel, einem gebürtigen Zwickauer, entworfen wurde. Lange Jahre war dort die Kita "Martin Hoop" untergebracht. Weihbrecht zufolge stehen nicht alle Räume offen, die historischen Parkettböden mit Intarsien und seltenen Hölzern dürfe man aber aus der Ferne betrachten.

Gleichfalls interessante Einblicke verspricht das Rittergut Niedermosel (Alter Teichweg 3), dessen Herrenhaus 1744 erbaut wurde. "Eigentümer Eckhard Seifert hat viel Herzblut in die Sanierung gesteckt", sagt Weihbrecht. Er führt an diesem Tag zwischen 11 und 18 Uhr selbst durchs Haus. Bis zur Wende nutzte die LPG das Gut nebst Scheune, drei Teichen und der Lindenallee. Heute befinden sich dort eine Pension, Hofladen, Bäckerei und Café.


Denkwürdige Orte: Junge Fotografen können Geldpreise gewinnen

Dom St. Marien (Domhof, 12 bis 17 Uhr, Führungen nach Bedarf, Riesenpuzzle, 14 Uhr Vortrag zum Bau, 17 Uhr Orgelkonzert, 5 Euro Eintritt)

Hakenhof Handwerkerhaus (Innere Zwickauer Straße 70 a, 10 bis 17 Uhr, Führungen, Gartenmarkt, Livemusik)

Katharinenkirche (Katharinenstraße 27, 12 bis 17 Uhr, Glocken- und Dachstuhl-Besichtigung möglich)

Matthäuskirche (Muldestraße 19, 12 bis 16 Uhr)

Wasserturm (Ernst-August-Geitner-Straße 1, 10 bis 15 Uhr)

Die Stiftung Denkmalschutz hat in einem Jugend-Fotowettbewerb Geldpreise ausgelobt. Bis 25. September kann man Fotos einsenden, die Personen vor Denkmalen zeigen. (upa)

www.tag-des-offenen-denkmals.de

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