Herr der Muggen

Der Zwickauer Kulturbürger des Jahres organisiert seit 1985 Konzerte. Und hat bisher erst eine einzige Auszeichnung bekommen.

Zwickau.

Eine "Goldene Schallplatte" hat der Ur-Zwickauer Andreas Voigt schon, jetzt kommt noch eine besondere Auszeichnung für den Konzertorganisator vom Verein "Liederbuch" dazu: die Siegergrafik für den Kulturbürger des Jahres 2019. Der 62-Jährige setzte sich bei der Abstimmung mit 349 Punkten durch - vor Florian Freitag von der Buchhandlung Marx (336), Florian Harbeck vom Club Seilerstraße (269), der engagierten Zwickauerin Anja Dähne (248) und der Kulturjournalistin Ludmila Thiele (225). 436 Leser stimmten ab, zur Wahl gestanden hatten die zwölf Kulturbürger des Monats, gekürt von den Autorinnen und Autoren unserer Kulturkolumne.

"Ich bin überrascht und habe mich sehr gefreut", sagte der frühere Werkzeugmacher. Zwar habe er im Verein um Unterstützung bei der Wahl gebeten - schließlich will bei solch einer Abstimmung keiner Letzter werden. Doch Platz 1 kam für den "Herrn der Muggen" trotzdem aus heiterem Himmel. Dabei hätte er zumindest ahnen können, dass er nicht so schlecht im Rennen liegt. Denn immer mal wieder sprachen ihn in den vergangenen Tagen Konzertbesucher an, um ihm mitzuteilen: "Andreas, wir haben für dich gestimmt."

Voigt, aus dem kirchlichen Umfeld kommend und einige Jahre nach der Wende über eine ABM in die Jugendarbeit gerutscht, ist seit 2014 hauptamtlich für die Liederbuch-Konzerte zuständig. Und verpasst fast keine der engagierten Bands, die in "St. Barbara" Lichtentanne, im Lutherkeller in der Bahnhofsvorstadt oder im "Il Tavolino" in Eckersbach spielen. Erst vor einigen Tagen hat ihn eine wieder echt umgehauen: Bywater Call aus Kanada. "Ein grandioses Konzert", schwärmt Voigt.

Und was hat es nun eigentlich mit der "Goldenen Schallplatte" auf sich? Voigt lächelt. "Das war eine schöne Geste vom Lutherkeller, wo ,Liederbuch' entstanden ist, zu unserem Jubiläum, also quasi ein Geschenk unter Freunden." Kulturbürger des Jahres 2019 ist Andreas Voigt nun aber ganz allein.


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