Höhere Parkgebühren bleiben Aufreger bei den Zwickauern

"Freie Presse"-Leser sehen im Gratisparken ein Instrument für die Belebung der Innenstadt. Die Stadtverwaltung fürchtet indes Blockaden von Dauerparkern.

Zwickau.

Die Parkgebühren in der Innenstadt bleiben ein Ärgernis. Viele Leser haben sich bei der "Freie Presse"-Umfrage zum Thema Innenstadtbelebung ganz klar für mehr oder kostenlose Parkplätze, freies Parken zumindest am Wochenende in der Stadt oder wenigstens beschränkt auf dem Hauptmarkt ausgesprochen. Nur scheint da derzeit kein Weg reinzuführen.

Im September hatte die Stadt einen Ratsbeschluss umgesetzt, der besagt, auch auf dem bislang kostenlosen Parkplatz am Brückenberg und dem unter der "Glück-auf"-Brücke Geld zu verlangen. Zudem ist es nun auf dem Platz der Völkerfreundschaft doppelt so teuer. Nahezu zeitgleich haben die Städte Werdau und Crimmitschau die Gebühren in ihren Innenstädten abgeschafft.


Wurde je geprüft, was es bringt, generell kostenfreies Parken anzubieten? Vielleicht auch nur an einem Tag in der Woche? "Ja, das wurde geprüft", sagt Stadtsprecher Mathias Merz. Im Ergebnis wurde prognostiziert, dass Dauerparker die Stellplätze belegen würden, der Parkraum den Kunden und Besuchern der Innenstadt dementsprechend nicht mehr zur Verfügung stünde, erklärt der Rathaussprecher.

Insbesondere die Bewohner in den Randgebieten ärgern sich über teures Parken in der Innenstadt. Warum wird nicht wenigstens ab Januar abends der Hauptmarkt freigegeben?

Merz zufolge endet die Gebührenpflicht auf öffentlichen Innenstadtverkehrsflächen je nach Parkzone um 18 oder 20 Uhr. Damit stünden abends nicht nur ausreichende, sondern auch kostenfreie Stellplätze zur Verfügung. "Der Hauptmarkt ist zudem baulich dafür nicht ausgelegt", sagt Merz. Ständiges Anfahren, Bremsen und die Lenkbewegungen der Fahrzeuge schädigen auf Dauer den Platz. Ob die Innenstadt attraktiver wird, wenn dort geparkt wird, bezweifelt der Stadtsprecher. Zwar mag es Personen geben, die direkt vor das Restaurant oder Café fahren wollen. Andere Restaurant- oder Innenstadtbesucher stören sich aber daran, sagt er.

Studenten vermissen vor allem die Gratisparkplätze. Christine Greiner vom Studentenwerk: "Bei uns studieren nun mal sehr viele aus dem Umland. Wenn die nach der Vorlesung noch in ihren Dörfern jobben wollen, kommen sie dort kaum pünktlich hin ohne Auto." Und jobben müssen viele, weil sie sich sonst das Studium nicht leisten könnten. "Einigen fehlt sogar das Geld, in der Mensa essen zu gehen." Den eigens in der Mensa eingerichteten Meckerbriefkasten haben die Mitarbeiter schon mehrfach geleert. Im Januar sollen die Karten mit der Aufschrift "Parkgebühren am Brückenberg belasten hauptsächlich Studenten!" an Oberbürgermeisterin Pia Findeiß (SPD) übergeben werden.

Arndt Liebig, Kunsthandwerk-Händler in der Hauptstraße, kämpft seit Jahr und Tag für eine attraktive Innenstadt. "Da gehört das Parken unbedingt dazu", sagt der Händler, dessen Kunden nicht aufhören, über die neuen Gebühren zu schimpfen.

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