Kirchberger geben Abschiedsparty für "Burki"

Der langjährige Leiter des Jugendclubs geht. Mit ihm haben die Jugendlichen was ganz Großes geschafft.

Kirchberg.

Sie nannten ihn "Burki". Sieben Jahre leitete er den Jugendclub "Unrumpf" in Kirchberg, baute die Kirchberger BMX-Freunde mit auf und half beim Bau der Dirtstrecke. Er kochte mit den Kindern, kickte mit den Jugendlichen. Mit Grillwurst und Cola am Lagerfeuer wurde der 43-Jährige jetzt verabschiedet. Mit dem Rückzug der Stadtmission aus Kirchberg bekommt Burkart Schäfer neue Aufgaben.

Elfried Börner, Abteilungsleiter der Stadtmission Zwickau, begründet den Rückzug des Vereins nach 22 Jahren mit einer Schwerpunktverlagerung in Richtung Werdau. Dort wolle man schlagkräftiger auftreten. "Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht", sagt Börner, versichert aber, dass man, will man gut sein, nicht auf allen Hochzeiten tanzen kann. Der Nachfolger, der Verein "Gemeinsam Ziele erreichen", findet einen funktionierenden Club vor. Etwa 30 Elf- bis 13-Jährige, rund 25 15- bis 16-Jährige und dazu 46 Sportler besuchen heute den Club und nutzen die Sportstunden in der Halle. Burkart Schäfer ist ein Generationenwechsel gelungen. "Jüngere haben es geschafft, andocken zu können, weil die Älteren es zugelassen haben", sagt Börner. Das spreche für die Kirchberger, die sagen: Wir sind eine Stadt. Mit Ruhe, Geduld, aber auch Beharrlichkeit sei es Schäfer gelungen, etliche Initiativen mit den Jugendlichen anzugehen. Börner: "Die Dirtbike-Strecke war wirklich etwas ganz Großes."

Schäfer hatte mehrere Tricks. Erst wurde renoviert, auch die Jüngsten durften mitmachen und letztlich zu der Auffassung kommen: Das ist unser Club. Freitags wurde gekocht und gegessen. Gemeinsames Essen ermöglicht Kommunikation. Als "emotionalen Türöffner" bezeichnet Schäfer jedoch die Tagesfahrten - Wandern im Harz, Besuch im Leipziger Zoo. "Danach kamen ganz andere Fragen auf mich zu", erinnert er sich an die Anfänge der BMX-Bewegung, die zwei Jahre lang beharrlich an ihrer Idee festhielt. Im September 2015 war es so weit. Die "Seven Hills Dirtline" - Kirchbergs Dirtbike-Strecke - wurde eröffnet.

Der 15-jährige Erik Meisel ist traurig über den Abschied Schäfers. "Schon blöd. Es wird nie wieder sein wie früher. Ich hab mehrmals nachgefragt, warum es keinen anderen Weg gibt. Ich fand ,Burki' von Anfang an sympathisch." Die Ausfahrten, die die Kirchberger mit dem Sozialarbeiter unternommen haben, wird er nie vergessen, 2015 eine Woche Ferien mit dem BMX in Hamburg, in diesem Jahr Köln, ebenso mit den Rädern. Burkart Schäfer hatte nie Angst vor Verantwortung.

Patrick Wendel, 28 Jahre, versichert, dass man sich bei "Burki" heimisch fühlen konnte. "Er hat uns die Küche organisiert", erinnert er sich.

Auch Bürgermeisterin Dorothee Obst (Freie Wähler) nimmt traurig Abschied von Schäfer, von der Stadtmission. "Die Zusammenarbeit war sehr gut." Sie hofft auf einen reibungslosen Übergang an den Verein "Gemeinsam Ziele erreichen", der schon in der Stadt aktiv ist. Bis der richtig Fuß fasst, übernehmen erwachsene Jugendliche das Sportangebot des Clubs. Schäfer wechselt nach Zwickau, um sich um jugendliche Flüchtlinge zu kümmern.


Neuer Verein schon bekannt

Der Jugendclub "Unrumpf" an der Lengenfelder Straße in Kirchberg war über Jahre Anlaufstelle für Kirchbergs Nachwuchs. Er war täglich außer dienstags geöffnet. Freitag - Kochtag, Mittwoch - Sporttag, das waren feste Termine im Jugendclub.

Über Öffnungszeiten und Angebote ab Januar ist die Stadtverwaltung derzeit im Gespräch mit dem Landkreis und dem neuen Träger. Der in Zwickau beheimatete Verein "Gemeinsam Ziele erreichen" arbeitet bereits mit Kirchberger Kindern und Jugendlichen. Teresa Junghans ist als Schulsozialarbeiterin an der Sperlingsbergschule, Kai Michels als Streetworker in der Stadt tätig. (upa)

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