Kleine Schnaufer machen ordentlich Dampf

Die Cainsdorfer Dampfmaschinenfreunde haben zum 20. Mal zu einem Treffen in die Gaststätte "Goldene Sonne" eingeladen. Ein Thüringer lobt die familiäre Atmosphäre.

Cainsdorf.

Am zweiten Advent ist die Cainsdorfer Gaststätte "Goldene Sonne" schon seit mehreren Jahren fest in den Händen von Dampfmaschinenfreunden. Zum mittlerweile 20. Mal warfen sie am Sonntag dort ihre kleinen Schnaufer an.

Die Idee zu dieser Veranstaltung brüteten seinerzeit Peter Koch sowie Bernd und Daniel Harz aus. "Angefangen hat alles als Liebhaberei in einer Garage. Inzwischen hat sich ein fester Stamm an Ausstellern herauskristallisiert, die hier ihre Modelle nicht einfach nur hinstellen, sondern meist auch in Aktion zeigen", sagte Peter Koch. Er präsentierte in Cainsdorf gleich zwei "Urväter" der späteren Dampfmaschinen: Heronsbälle, benannt nach ihrem Erfinder Heron von Alexandria, der vermutlich im ersten Jahrhundert nach Christi lebte. "Meine Maschinen sind Eigenbauten. Umso mehr freue ich mich jedes Mal, wenn sie nach dem Anheizen dann auch laufen", gab er zu. Eine Sache bedauerte er allerdings. "Cainsdorfer sieht man bei unserer Ausstellung leider nur ganz wenige. Die meisten Besucher kommen von außerhalb."


Zu Letzteren gehörte Peter Manich aus Gera. Er war vor einem Jahr das erste Mal in Cainsdorf. "Ein Bekannter, mit dem ich beim Dampfmaschinentreffen in Niedercrinitz gesprochen habe, machte mich damals auf diese Veranstaltung neugierig. Ich finde solche relativ kleinen Schauen sehr schön, weil doch alles etwas familiärer zugeht", meinte der Gast aus Thüringen. Außerdem lobte er den Einfallsreichtum der Aussteller, die sich für ihre kleinen Maschinen immer wieder eine Besonderheit einfallen ließen. Zu diesen Tüftlern gehörten auch Wolfgang Büttner und Jürgen Möckel aus Marienthal. Beide kennen sich schon seit fast 60 Jahren und teilen ihre Leidenschaft für die kleinen Schnaufer. Nach Cainsdorf waren sie mit einer Kugelbahn der besonderen Art angereist. Auf ihr werden die Kugeln über einen Dampfmaschinenantrieb in Verbindung mit einer ausgefeilten Mechanik immer wieder nach oben befördert. "Kein Teil wurde zugekauft, sondern alles von Hand angefertigt. Natürlich geht das nur mit Hilfe der entsprechenden Technik - also für solche kleinen Bauelemente mit Drehbank, Fräs- und Schleifmaschine", sagte Jürgen Möckel. Er selbst verfügt über rund 50 Dampfmaschinen, von denen er aber immer nur einige ausgesuchte Exemplare mit auf Ausstellungen nimmt.

Über einen derart umfangreichen Fundus verfügen Bernd und Daniel Harz nicht. Dafür aber besitzen sie eine Dampfmaschine mit einer besonderen Geschichte. "Entdeckt habe ich die fast schrottreife Maschine nach einem Feuerwehreinsatz auf einem Dachboden. Der Besitzer wusste damit nichts anzufangen und hat sie mir überlassen. Da ich damals im Werkzeugbau gearbeitet habe, konnte ich das Teil wieder in Schuss bringen. Kurz vor Heiligabend 1987 ist die Maschine wieder gelaufen", erinnerte sich Bernd Harz.

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